|
Hypnotherapie
Kraft
der Vision
L
O
Lösungsorientierung
Pers.
Anteile
Bildung
NLP
Aikido-Prinzip
Psychotherapie
Übertragung
Hypnotherapie
2
|
Die Kraft der Vision
Ein altes indianisches Sprichwort lautet:
Ein Mensch beginnt erst vollständig zu sein, wenn er seine
Vision empfangen hat.
In Erfüllung der Vision des "Großen Geistes" war
der Mensch aus körperlicher und unkörperlicher Substanz erschaffen
worden.
Er war im abstrakten metaphysischen Sinn ein zusammengesetztes Wesen.
Um dem Charakter eines geistigen Wesens gerecht zu werden, mußten
Menschen Visionen suchen und ihre Visionen ausleben,
auch wenn das eine grundlegende Veränderung des Lebenskonzeptes bedeutete.
Vision wurde zum zentralen Motiv des Lebens; sie war die Kraft, die energetisch
vorantreiben und den Charakter des Menschen verändern konnte.
Und sie war Ausdruck jener Fähigkeit des Menschen, die ihn von allen
anderen Lebewesen unterschied: der Fähigkeit zu träumen.
In unserer modernen Zeit ist die persönliche Beschäftigung
mit der Zukunft für die meisten Menschen von ambivalenter Natur.
Es gibt besorgniserregende, allerdings dem Zeitgeist entsprechende Tendenzen.
Zwei davon möchte ich nachfolgend fokussieren:
Auf der einen
Seite gibt es massive Zukunftsängste, die sich in den bekannten
Erscheinungsformen zeigen:
- Angst vor Arbeitslosigkeit
- Angst vor Krankheit
- Angst vor Status- und Prestigeverlust
- Angst vor dem Tod
- und vieles mehr
Diese Ängste zeigen sich im Außen und im Innen.
Wie viele Menschen sind es, die therapeutische Hilfe und Unterstützung
in Anspruch nehmen, weil sie mit den inneren Bildern und Phantasien darüber,
was Schlimmes passieren könnte im privaten und beruflichen Leben,
und natürlich den dazugehörigen Gefühlen, nicht mehr zu
Rande kommen?
Und ist es nicht auch eine Art Vision - in diesem Falle eine negative
Variante - , wenn die inneren negativen Bilder vom Selbst und der Welt
ein Äquivalent im Denken, Fühlen und Handeln finden.
Wir leben in einer Zeit, in der die unterschiedlichsten Ängste kompensiert
werden durch den Versuch, sich nach außen hin abzusichern.
Absicherungen jeglicher Art boomen wie nie zuvor; Versicherungen, die
uns vorgaukeln, Verantwortung für alle Eventualitäten des Lebens
übernehmen zu können und so für ein menschliches Sicherheitsbedürfnis
die Garantie zu übernehmen.
Oftmals sind es ja auch existentiell bedrohliche Situationen, die im Verlauf
der damit verbundenen Lernprozesse auf schmerzhafte
Weise deutlich machen, daß ein Delegieren von Verantwortung bezüglich
der eigenen Lebensthemen ein Trugschluß ist.
Auf der anderen
Seite wird in unserer Kultur eine positivistische Schöngläubigkeit
erzeugt, unterstützt durch fleißig werbende Medien,
die dazu einlädt, sich in mehr oder weniger realistischen Wunschträumereien
zu ergießen.
Genährt von dem Wissen, daß innere Bilder nach Realisierung
und Materialisierung drängen, werden künstliche innere Welten
geschaffen, die manchmal von dem individuellen Wesen eines Menschen meilenweit
entfernt sind.
Und je mehr Energie für Möchte-Gern-Phantasien aufgebracht wird,
um so härter kann hinterher die Konfrontation mit der äußeren
Wirklichkeit sein.
Genauso desillusionierend wird wahrscheinlich auch die Konfrontation mit
dem eigenen Seelenkern sein.
Und die Konsequenz, die daraus gezogen wird, bedeutet häufig,sich
das Träumen zu verbieten. Wie sagt ja schon der Volksmund:
Träume sind Schäume und - Träumer sind Schaumschläger.
Visionsarbeit
in einem ökologisch vertretbaren Rahmen hat nichts zu tun mit Schönfärberei.
Es geht vielmehr um einen tiefgreifenden Prozeß der Selbsterkenntnis,
um Achtsamkeit und Empfangsbereitschaft für die Botschaften der Seele.
Eine positiv wirksame Vision gewährt Einsicht in die Beschaffenheit
des innersten Seins.

Wie kann es nun möglich sein, Visionsarbeit in einen therapeutischen
Kontext sinnvoll zu integrieren?
Um einen Überblick zu geben, welchen Stellenwert Visionsarbeit haben
kann, möchte ich gerne die NEUROLOGISCHEN
EBENEN nach Gregory Bateson und Robert Dilts zur Verdeutlichung heranziehen:
Die Logischen
Ebenen

Betrachten wir uns dieses Übersichtsmodell für menschliche Lernprozesse
unter dem Aspekt von Visionsarbeit,
so können wir feststellen, daß positive Visionen im Sinne von
kraftvollen Leitideen zur Gestaltung der eigenen Zukunft die beiden
höchsten logischen Ebenen ZUGEHÖRIGKEIT und IDENTITÄT miteinander
verbinden.
Es ist sogar so, daß Informationen aus beiden Ebenen in der metaphorischen
und symbolischen Gestalt der Vision miteinander verschmelzen. Sowohl die
individuellen Bedürfnisse nach Selbstverwirklichung und Erfüllung,
als auch die sozialen Bedürfnisse nach gegenseitiger Achtung, Austausch
und dem Gefühl des Zugehörigseins sind integriert.
In diesem Zusammenhang meint Vision ein visuelles Konzept zur Entfaltung
der Persönlichkeit im Einklang mit den sozialen und systemischen
Gegebenheiten.
Es macht also wenig Sinn, wenn ein Mensch eine Vision entwirft, die seine
egoistischen Ziele, aber keinerlei soziale "Verträglichkeitsüberprüfung"
beinhaltet.In sofern spreche ich gerne von ökologisch und systemisch
vertretbaren Visionen.
Sinnvolle und ökologisch vertretbare Visionen verdeutlichen und beinhalten
in bildhafter Form, die höchsten WERTE eines Menschen; d.h. all das,
was einem Menschen wichtig ist im Leben, ist in komprimierter Version
enthalten.
Sinnvolle Visionen, genährt aus der Stärke von Identität
und Zugehörigkeit, schaffen positive ÜBERZEUGUNGEN über
sich selbst und die Welt und helfen, limitierende Überzeugungen ressourcevoll
zu bearbeiten und Lösungen zu realisieren.
Innere Stärke bedeutet auch die Wahrnehmung und das Erleben der eigenen
Kompetenz.
Der Zugang zu inneren Potentialen eröffnet eine Palette von Wahlmöglichkeiten
zur Verwirklichung der vorhandenen FÄHIGKEITEN.
Visionsinspirierte Menschen tun das für sie selbst und für ihre
UMGEBUNG "Richtige".
Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten werden genutzt im Sinne
einer kongruent fließenden Kommunikation mit sich selbst und anderen
(VERHALTEN)
Der Mensch entfaltet
sein Selbst dadurch, daß er es zu sich selbst, zu anderen Menschen
und zur Natur in Beziehung setzt.
Visionen als Wegweiser für Persönlichkeitsentwicklung bieten
eine wichtige Grundlage für Veränderungsarbeit.
Denn was nutzt es, Konflikte jedweder Art zu bearbeiten, wenn eine positive
Perspektive und die Sinngebung einer Lösung fehlt.Allerdings braucht
es eine grundlegende Bereitschaft der Öffnung und Akzeptanz dessen,
was das
Unbewußte in Form einer umfassenden Metaphorik und Symbolik mitteilt.
Du brauchst Vertrauen in deine Kraft, um deine Vision zu entdecken
und sie anzunehmen.
Und du brauchst Achtsamkeit, um zu deiner Kraft kommen.
Und die Vision wird deine Achtsamkeit und deine Kraft vergrößern.
Kitche Manitu (Der Große Geist) hatte eine Vision. In diesem
Traum sah er
einen weiten, mit Sternen, Sonne, Mond und Erde gefüllten Himmel.
Er sah
eine Erde aus Bergen und Tälern, Inseln und Seen, weiten Flächen
und Wäldern.
Er sah Bäume und Blumen, Gräser und Früchte. Er sah laufende,
fliegende,
schwimmende und kriechende Wesen. Er wurde Zeuge der Geburt, des
Wachstums und des Todes der Dinge. Zugleich sah er anderes weiterleben.
Mitten im Wandel gab es Bleibendes. Kitche Manitu hörte Gesänge,
Klagen,
Geschichten. Er berührte Wind und Regen. Er fühlte Liebe und
Haß, Angst
und Mut, Freude und Traurigkeit.
Kitche Manitu meditierte, um diese Vision zu verstehen.
Aus " Mythen und Visionen der Ojibwa" von Basil Johnston
|
|