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Die Kraft der Vision

Die Kraft der Vision

 

Ein altes indianisches Sprichwort lautet:

 

Ein Mensch beginnt erst vollständig zu sein, wenn er seine Vision empfangen hat.

 

In Erfüllung der Vision des „Großen Geistes“ war der Mensch aus körperlicher und unkörperlicher Substanz erschaffen worden.
Er war im abstrakten metaphysischen Sinn ein zusammengesetztes Wesen.
Um dem Charakter eines geistigen Wesens gerecht zu werden, mußten Menschen Visionen suchen und ihre Visionen ausleben, auch wenn das eine grundlegende Veränderung des Lebenskonzeptes bedeutete. Vision wurde zum zentralen Motiv des Lebens; sie war die Kraft, die energetisch vorantreiben und den Charakter des Menschen verändern konnte.
Und sie war Ausdruck jener Fähigkeit des Menschen, die ihn von allen anderen Lebewesen unterschied: der Fähigkeit zu träumen.

 

In unserer modernen Zeit ist die persönliche Beschäftigung mit der Zukunft für die meisten Menschen von ambivalenter Natur. Es gibt besorgniserregende, allerdings dem Zeitgeist entsprechende Tendenzen. Zwei davon möchte ich nachfolgend fokussieren:

 

Auf der einen Seite gibt es massive Zukunftsängste, die sich in den bekannten
Erscheinungsformen zeigen:

 

  • Angst vor Arbeitslosigkeit
  • Angst vor Krankheit
  • Angst vor Status- und Prestigeverlust
  • Angst vor dem Tod
  • und vieles mehr

 

Diese Ängste zeigen sich im Außen und im Innen.
Wie viele Menschen sind es, die therapeutische Hilfe und Unterstützung in Anspruch nehmen, weil sie mit den inneren Bildern und Phantasien darüber, was Schlimmes passieren könnte im privaten und beruflichen Leben, und natürlich den dazugehörigen Gefühlen, nicht mehr zu Rande kommen?
Und ist es nicht auch eine Art Vision – in diesem Falle eine negative Variante – , wenn die inneren negativen Bilder vom Selbst und der Welt ein Äquivalent im Denken, Fühlen und Handeln finden.
Wir leben in einer Zeit, in der die unterschiedlichsten Ängste kompensiert werden durch den Versuch, sich nach außen hin abzusichern.
Absicherungen jeglicher Art boomen wie nie zuvor; Versicherungen, die uns vorgaukeln, Verantwortung für alle Eventualitäten des Lebens übernehmen zu können und so für ein menschliches Sicherheitsbedürfnis die Garantie zu übernehmen.
Oftmals sind es ja auch existentiell bedrohliche Situationen, die im Verlauf der damit verbundenen Lernprozesse auf schmerzhafte Weise deutlich machen, daß ein Delegieren von Verantwortung bezüglich der eigenen Lebensthemen ein Trugschluß ist.

 

Auf der anderen Seite wird in unserer Kultur eine positivistische Schöngläubigkeit erzeugt, unterstützt durch fleißig werbende Medien, die dazu einlädt, sich in mehr oder weniger realistischen Wunschträumereien zu ergießen.
Genährt von dem Wissen, daß innere Bilder nach Realisierung und Materialisierung drängen, werden künstliche innere Welten geschaffen, die manchmal von dem individuellen Wesen eines Menschen meilenweit entfernt sind.
Und je mehr Energie für Möchte-Gern-Phantasien aufgebracht wird, um so härter kann hinterher die Konfrontation mit der äußeren Wirklichkeit sein.
Genauso desillusionierend wird wahrscheinlich auch die Konfrontation mit dem eigenen Seelenkern sein. Und die Konsequenz, die daraus gezogen wird, bedeutet häufig,sich das Träumen zu verbieten. Wie sagt ja schon der Volksmund: Träume sind Schäume und – Träumer sind Schaumschläger.

 

Visionsarbeit in einem ökologisch vertretbaren Rahmen hat nichts zu tun mit Schönfärberei.
Es geht vielmehr um einen tiefgreifenden Prozeß der Selbsterkenntnis, um Achtsamkeit und Empfangsbereitschaft für die Botschaften der Seele.
Eine positiv wirksame Vision gewährt Einsicht in die Beschaffenheit des innersten Seins.

 

 

vision
Wie kann es nun möglich sein, Visionsarbeit in einen therapeutischen Kontext sinnvoll zu integrieren? Um einen Überblick zu geben, welchen Stellenwert Visionsarbeit haben kann, möchte ich gerne die NEUROLOGISCHEN EBENEN nach Gregory Bateson und Robert Dilts zur Verdeutlichung heranziehen:

 

Die Logischen Ebenen

 

 

levels
Betrachten wir uns dieses Übersichtsmodell für menschliche Lernprozesse unter dem Aspekt von Visionsarbeit, so können wir feststellen, daß positive Visionen im Sinne von kraftvollen Leitideen zur Gestaltung der eigenen Zukunft die beiden höchsten logischen Ebenen ZUGEHÖRIGKEIT und IDENTITÄT miteinander verbinden.

 

Es ist sogar so, daß Informationen aus beiden Ebenen in der metaphorischen und symbolischen Gestalt der Vision miteinander verschmelzen. Sowohl die individuellen Bedürfnisse nach Selbstverwirklichung und Erfüllung, als auch die sozialen Bedürfnisse nach gegenseitiger Achtung, Austausch und dem Gefühl des Zugehörigseins sind integriert.

 

In diesem Zusammenhang meint Vision ein visuelles Konzept zur Entfaltung der Persönlichkeit im Einklang mit den sozialen und systemischen Gegebenheiten.

 

Es macht also wenig Sinn, wenn ein Mensch eine Vision entwirft, die seine egoistischen Ziele, aber keinerlei soziale „Verträglichkeitsüberprüfung“ beinhaltet.In sofern spreche ich gerne von ökologisch und systemisch vertretbaren Visionen.

 

Sinnvolle und ökologisch vertretbare Visionen verdeutlichen und beinhalten in bildhafter Form, die höchsten WERTE eines Menschen; d.h. all das, was einem Menschen wichtig ist im Leben, ist in komprimierter Version enthalten.

 

Sinnvolle Visionen, genährt aus der Stärke von Identität und Zugehörigkeit, schaffen positive ÜBERZEUGUNGEN über sich selbst und die Welt und helfen, limitierende Überzeugungen ressourcevoll zu bearbeiten und Lösungen zu realisieren.

 

Innere Stärke bedeutet auch die Wahrnehmung und das Erleben der eigenen Kompetenz.
Der Zugang zu inneren Potentialen eröffnet eine Palette von Wahlmöglichkeiten zur Verwirklichung der vorhandenen FÄHIGKEITEN.

 

Visionsinspirierte Menschen tun das für sie selbst und für ihre UMGEBUNG „Richtige“.
Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten werden genutzt im Sinne einer kongruent fließenden Kommunikation mit sich selbst und anderen (VERHALTEN)

 

Der Mensch entfaltet sein Selbst dadurch, daß er es zu sich selbst, zu anderen Menschen und zur Natur in Beziehung setzt. Visionen als Wegweiser für Persönlichkeitsentwicklung bieten eine wichtige Grundlage für Veränderungsarbeit.
Denn was nutzt es, Konflikte jedweder Art zu bearbeiten, wenn eine positive Perspektive und die Sinngebung einer Lösung fehlt.Allerdings braucht es eine grundlegende Bereitschaft der Öffnung und Akzeptanz dessen, was das Unbewußte in Form einer umfassenden Metaphorik und Symbolik mitteilt.

 

Du brauchst Vertrauen in deine Kraft, um deine Vision zu entdecken und sie anzunehmen.
Und du brauchst Achtsamkeit, um zu deiner Kraft kommen.
Und die Vision wird deine Achtsamkeit und deine Kraft vergrößern.

 

Kitche Manitu (Der Große Geist) hatte eine Vision. In diesem Traum sah er einen weiten, mit Sternen, Sonne, Mond und Erde gefüllten Himmel. Er sah eine Erde aus Bergen und Tälern, Inseln und Seen, weiten Flächen und Wäldern.
Er sah Bäume und Blumen, Gräser und Früchte. Er sah laufende, fliegende, schwimmende und kriechende Wesen. Er wurde Zeuge der Geburt, des Wachstums und des Todes der Dinge. Zugleich sah er anderes weiterleben.
Mitten im Wandel gab es Bleibendes. Kitche Manitu hörte Gesänge, Klagen,
Geschichten. Er berührte Wind und Regen. Er fühlte Liebe und Haß, Angst und Mut, Freude und Traurigkeit.
Kitche Manitu meditierte, um diese Vision zu verstehen.
Aus “ Mythen und Visionen der Ojibwa“ von Basil Johnston

Grundlegende Haltungen und Methoden

Grundlegende Haltungen und Methoden

 

 

Zu einer grundlegenden Haltung im Umgang mit NLPt gehört selbstverständlich, dass ein Therapeut Rapportfähigkeiten nutzt, um einen verständnisvollen und liebevollen Kontakt zum Klienten zu initiieren.

Voraussetzung hierfür ist ein gesundes, wohltuendes „Eigenpacing“. (s.o.)

 

Ein Angleichen (Pacing) an die subjektiven Realitätskonstruktionen des Klienten hat folgende Aspekte:

  • die Achtung und Akzeptanz des Klienten in seinem So – sein
  • die Würdigung des Status Quo (der aktuellen Situation)
  • das aktive Zuhören bei der Beschreibung von Problem – und Zielkomponenten
  • Das Wahrnehmen und Utilisieren von analogen körpersprachlichen Botschaften (Augenbewegungen, Gesten, Mimik usw.)
  • Das Wahrnehmen und Utilisieren von sinnesspezifischen Inhalten in der Sprache
  • Das Wahrnehmen und Utilisieren von formulierten Identitätsaussagen, Überzeugungen, Werten, Fähigkeiten und Verhaltensweisen
  • Das Stellen von offenen Fragen aus einer neugierigen Forscherhaltung heraus

Aus den formulierten Aufträgen des Klienten ergeben sich in einem behutsamen und transparenten Abstimmungsprozess die therapeutischen Angebote.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass der Begriff des „Leading“ hier ganz bewusst vermieden wird, weil er, wie ich finde, allzu sehr an direktiv – manipulative Praktiken erinnert.

Durch die NLP – Grundausbildungen ist der Therapeut geschult und erfahren im Umgang mit sprachlichen Formulierungen.
Er ist in der Lage, tilgende, generalisierende und verzerrende Äußerungen zu erkennen und zu hinterfragen.

 

Das Meta – Modell ist eine Sammlung von „klugen Fragen“.
Durch offenes Fragen wird dem Klienten die Möglichkeit eröffnet, Sprache wieder mit Erfahrung zu verbinden.

  • Das Meta-Modell ist ein hervorragendes Werkzeug, um
  • sinnlich konkrete Informationen zu sammeln von Ressource – und Problemaspekten,
  • hypnotisch wirkende Botschaften zu hinterfragen,
  • Bedeutungen zu klären,
  • Wahlmöglichkeiten zu erkunden.

Aus dem systemischen Denken weiß man, dass Verhaltensweisen und Symptome nicht nur als im Menschen ablaufende
Ereignisse zu sehen sind, sondern, dass sie immer auch eine Funktion in den wechselseitigen Beziehungsdefinitionen haben.

 

Das Zirkuläre Fragen ist hilfreich, um

  • Informationen über Beziehungsmuster zu sammeln,
  • Ideen über die Logik der Beziehungsdynamik und die bestehenden
    Spielregeln zu entwickeln

und ist eine hervorragende Ergänzung, um jenseits der Konkretisierung von subjektivem Erleben, Informationen über die
Auswirkungen und Reaktionen auf Verhaltensänderungen zu sammeln und die systemisch wirksamen Realitätskonstruktionen
in den therapeutischen Prozess einzubinden.

Gleichzeitig sorgt diese Einbindung für eine Transparenz der individuellen Landkarten in Bezug auf bestehende Überzeugungen, Werte, Meta – Programme usw.

Fragen dienen im therapeutischen Kontext als Werkzeug zum Sammeln von Informationen und gleichzeitig als Interventionsinstrument im Sinne einer Fokussierung der Aufmerksamkeit in eine bestimmte Richtung.

Dieser zweite Aspekt gilt insbesondere für alle Arten von Hypothetischen Fragen.
Der Klient wird zu Gedankenexperimenten eingeladen, um bestimmte Optionen durchzuspielen und zu erproben.

Zudem dienen hypothetische Fragen und deren Antworten im Sinne von neuen Ursache – Wirkungs – Konstruktionen dazu,
alte Muster zu unterbrechen und eine gewünschte Realität zu gestalten.

 

Im Öko – Check, sei es im Zuge eines Future – pacing oder im Zuge eines Past – pacing werden hypothetische Fragen genutzt, um Vor – und Nachteile von Verhaltens-, Denk- und Fühlweisen zu klären,
mögliche Auswirkungen von Veränderungen zu erforschen (was würde passieren ,wenn …) und Assoziation in gewünschtes Erleben zu ermöglichen.

 

Bei der Ziel- und Lösungsfokussierung sind hypothetische Fragen hilfreich, um Erfahrungswerte im Rahmen eines „so tun als ob“ zu sammeln:

Stell dir vor … (oder angenommen …)

  • Dein Problem wäre gelöst …
  • du hättest dein Ziel bereits erreicht …
  • ein Wunder würde geschehen …
  • es gäbe eine Wunschmaschine …
  • eine Zauberfee gäbe dir die Möglichkeit …
  • es gäbe einen Test, der beweisen würde …

Woran würdest du merken … ?
Woran würden Andere merken … ?

 

Eine weitere Frageform sei hier kurz erwähnt: das dichotome Fragen:
Durch das Anbieten 2er oder mehrerer Alternativen wird der Klient im Rahmen von kreativen Such – und Finde – Prozessen angeregt,
seine innere Weisheit für eine hilfreiche Antwort zu nutzen.

 

 

Das Umkehrmodell des Meta – Modells ist das Miltonmodell der Sprache:
Durch die bewusste Nutzung von Tilgungen, Verallgemeinerungen und Verzerrungen in einem eher unspezifischen Sprachgerüst werden dem Klienten permissive Angebote auf der Prozessebene gemacht.

Die konkreten Inhalte des Erlebens wählt der Klient aus seiner eigenen
Erfahrungswelt.
Die Verwendung von Prozesssprache induziert und verstärkt Trance – Zustände, und unterstützt den Klienten dabei, eigene Ressourcen, ungenutzte Potentiale und Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

 

Die Definition von Trance – Phänomenen und hypnotischen Zuständen ist in der modernen Hypnotherapie und in der NLPt recht weit gefasst.

So geht man davon aus, dass alle Arten von Interpretationen und Bewertungen von Erfahrungen (sowohl gedankliche als auch emotionale Bewertungen) im Sinne von Eigensuggestionen trance – induzierend wirken.

Gemeinsame charakteristische Merkmale von Trance – Zuständen sind:

  • fokussierte Aufmerksamkeit
  • unwillkürliches Erleben („Es geschieht“ anstatt „Ich mache“)
  • Assoziation

Problemzustände werden von Klienten häufig so beschrieben, dass unwillkürliche Prozesse ablaufen, die sich den Steuerungsversuchen des Bewusstseins eher entziehen.

Es gibt also Trance – Zustände, die eher hilfreich sind im Sinne einer Aktivierung eigener Kompetenzen, und Trance – Zustände, die eher einschränken.

 

Man spricht auch von Lösungstrancen und Problemtrancen.
Die therapeutische Zielrichtung lautet hier:

  • De – hypnotisierung im Falle einer Problem – Trance (Dissoziation)
  • Induktion und Vertiefung im Falle einer ressourcevollen Lösungstrance (Assoziation)

Zum Grundhandwerkszeug des NLP – Therapeuten gehört es, dem Klienten angesichts von Problemtrancen
(und dies gilt vor allem in Bezug auf traumatische Erfahrungen, Phobien, und alle Arten von Angst-, Stress- und Schmerzsymptomatik) Dissoziation anzubieten.

 

 

Dissoziation ermöglicht es dem Klienten,

Sich selbst in dem gegenwärtigen Erfahrungskontext von außen zu betrachten

Überblick über das Geschehen zu bekommen

Das Geschehen aus einer anderen Perspektive zu reflektieren und angemessen zu bewerten

  • Missverständnisse zu klären
  • miteinander verknüpfte Reize zu entkoppeln (z.B. werden bei Phobien visuell – kinästhetische Verknüpfungen entkoppelt)

 

Assoziation ist immer dann sinnvoll, wenn es um ressourcevolles, bzw. gewünschtes Erleben geht.

Eine therapeutische Methode, die sich an Lösungen orientiert, zielt gerade angesichts von „Problemtrancen“ darauf ab,
Ausnahmen vom Problemerleben im Sinne einer Aktivierung von Kompetenzmustern erlebbar zu machen und diese mit
physiologischen Parametern zu verknüpfen. (Anker)

Es hat sich als sinnvoll und hilfreich erwiesen, die Kommunikation mit dem Klienten auf 2 Ebenen zu führen:

  • auf der Ebene des bewussten Verstandes und
  • auf der Ebene unwillkürlicher Kompetenz

Der bewusste Verstand kann an einem Entwicklungsprozess beobachtend und reflektierend beteiligt sein, während auf der Ebene des unwillkürlichen oder intuitiven Wissens bestimmte Prozesse in Gang gesetzt werden, die den Klienten dabei unterstützen, Ressourcen und Kompetenzen für eine gute Lösung zu aktivieren.

 

 

Arbeit mit einschränkenden Überzeugungen

Überzeugungen sind Teil der persönlichen inneren Landkarten eines Menschen und im therapeutischen Kontext zu verstehen als persönliche Bedeutungsgebung bzw. generalisierte Interpretation von Erfahrung, die das Verhalten, Denken und Fühlen bestimmt.

Einschränkende Überzeugungen werden von Klienten meistens formuliert als

  • Ursache – Wirkungs – Zusammenhänge oder komplexe Äquivalenzen,
    in denen verschiedene Einzelaspekte auf spezifische, komplexe Weise miteinander verknüpft sind.
  • Glaubenssysteme und Zuschreibungen von wichtigen Bezugspersonen, die im Verlauf der Sozialisation als Botschaften über sich selbst und die Welt gelernt und verinnerlicht wurden, und in ihrer negativen Wirkung Verunsicherung und Selbstabwertung zur Folge haben.

Überzeugungen sind nicht auf Logik aufgebaut, sondern auf konkreten Erlebnissen.
Prägende Erlebnisse können in der NLPt – Arbeit im Sinne einer De – Hypnotisierung aufgedeckt, analysiert und zu einer Lösung hin entwickelt werden.

In der NLPt gibt es eine ganze Sammlung von effektiven Methoden zur Ausbalancierung von negativ wirkenden Bewertungen (meist kinästhetischer Art) von früheren Erfahrungen und Traumata, genannt Re-imprinting.

 

 

Reparenting, assoziierte und dissoziierte Zeitlinienarbeit, sind nur einige Möglichkeiten aus einem großen Repertoire,
die therapeutisch genutzt werden, um Themen auf eine wertschätzende (und auch die Geschichte des Klienten wertschätzende) Art ressourcevoll aufzuarbeiten und in eine Lösungsrichtung zu entwickeln.

Zur persönlichen Geschichte des Klienten gehört neben dem aktuellen sozialen Kontext auch seine Herkunftsfamilie.
Ist nun das Thema so beschaffen, dass eine Leid erzeugende Familienstruktur prägend bis in die Gegenwart wirkt, so ist es auch sinnvoll, die Logik der systemischen Dynamik zu verstehen und in den Prozess einzubinden.

Menschen, die unter vergangenen Ereignissen leiden, regredieren oft spontan in frühere Lebensphasen.
Diese Spontanregression des Klienten kann mit Hilfe der kinästhetischen Anker utilisiert werden, um die Orientierung auf das Grundgefühl, das mit dem Problem verbunden ist, zu ermöglichen.

Ein reichhaltiges Repertoire steht hier für die Bearbeitung systemischer Konstellationen zur Verfügung:

  • Klassische Skulpturarbeit (Virginia Satir)
  • verschiedene Formen der Familienrekonstruktion
  • Strukturaufstellungen mit Repräsentanten
  • Kreative Arbeit mit Raumankern, Gegenständen, Symbolen
  • Hypnosystemisches Arbeiten

Wie schon erwähnt, lernen Menschen im Zuge der Reifung ihrer Identität im Rahmen eines Sozialisationsprozesses Überzeugungen,
Einstellungen, Verhaltensweisen von wichtigen Bezugspersonen. Man kann folglich annehmen, dass sich durch den Vorgang der
Internalisierung Instanzen bilden, die ihren spezifischen Platz in der inneren Psychogeographie einnehmen.

 

 

Das Modell der inneren Persönlichkeitsanteile zeichnet sich in der NLPt allerdings im Gegensatz zu anderen therapeutischen Disziplinen durch eine offene Architektur aus, die ohne festgelegte und vorbestimmte Ich – Zustände auskommt.

Therapeutisch sinnvoll ist oft die Externalisierung von internalen Instanzen im Rahmen eines kreativen Entwicklungsprozesses.
Strukturaufstellungen, die Arbeit mit Raumankern, Gegenständen und Symbolen, hat sich im Umgang mit inneren Systemen als ebenso
hilfreich erwiesen wie im Umgang mit äußeren Systemen.

 

Die Grundstruktur des Verhandlungsreframings erlaubt es dem Klienten, innere Konflikte (zwischen sich bekämpfenden Instanzen) auf eine beide Seiten würdigende Weise zu lösen.
Ein wichtiges Element in diesem Lösungsprozess ist die Würdigung der positiven Absichten (für das Gesamtsystem) beider Seiten.

 

Innere Landkarten bilden nicht nur die individuellen Überzeugungen und Einstellungen von wichtigen Personen ab, sondern auch die Interaktionsmuster im System und die entsprechenden Metaprogramme.

Metaprogramme sind dichotome Muster der Wahrnehmung und Informations- verarbeitung, die als einflussreiche Determinanten der Persönlichkeit Orientierung in der Welt ermöglichen.

Metaprogramme stellen ein Bindeglied zwischen den Logischen Ebenen Glauben/Werte – Fähigkeiten und Glauben/Werte – Identität dar.

Die Strukturierung von Meta – Programmen basiert auf den Untersuchungen C.G. Jungs zu den psychologischen Typen.

Die NLPtherapeutische Zielrichtung ist hier die Ausbalancierung einseitiger Programmierungen, bzw. die Entwicklung in die eher vernachlässigte Richtung, z.B.

  • von WEG VON (Problem) zu HIN ZU (Ziel, Lösung)
  • von NOTWENDIG (Zwänge, Druck, Stress) zu MÖGLICH (Wahlfreiheit)
  • von ENTWEDER – ODER zu SOWOHL ALS AUCH
  • von STATISCH zu BEWEGLICH, usw.

so dass durch die Balancierung dem Klienten wieder Wahlmöglichkeiten im Denken, Fühlen und Handeln zugänglich werden.

 

Mit inneren Wahrnehmungsbausteinen befasst sich auch die NLPt – Strategiearbeit.

 

Innere Strategien sind beschrieben als mentale Erfahrungsketten, die meist auf einer unbewussten Ebene ablaufen.
Durch den Vorgang des Elicitierens im Rahmen eines Interviews (s. auch oben: 2 Ebenen – Kommunikation) wird eine geordnete Reihenfolge der Aktivität der Repräsentationssysteme deutlich.

Entpuppt sich eine Strategie als Problemstrategie, so geht es darum, herauszufinden, welche Veränderungen gewünscht sind,
und wie diese ökologisch vertretbar integriert werden können.

Es sei auch an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass eine Problemstruktur ein vielleicht über Jahre und Jahrzehnte hin eingeübtes Muster ist, das als „Fähigkeit“ auch Würdigung braucht.

 

So gilt beim Verändern von Problemstrategien in Lösungsstrategien die einfache Grundformel: so wenig wie möglich und so viel wie nötig.

NLPt befasst sich mit den individuellen und systemischen Konstruktionen der Realität.
Und hierbei wird von einer großen Kompetenz in Bezug auf Gestaltungsmöglichkeiten und Veränderungspotentiale beim Klienten ausgegangen.

„Alle Ressourcen für Veränderung sind bereits vorhanden“, lautet ein wichtiger NLPt – Grundsatz.

Therapeutisches Know how unterstützt den Klienten bei einer sinnvollen Neustrukturierung von Erfahrungs- und Wahrnehmungselementen auf einer sinnesspezifischen und sinnes – submodalen Ebene und initiiert einen aktiven, lebendigen Lernprozess, der eine Lösung zum Ziel hat, die für den Klienten anstrebenswert und auch realisierbar ist.

Da Menschen vor allem durch Erfahrung lernen, ist es das Ziel jeglicher NLPt – Arbeit, Lösungen erlebbar zu machen.

Zur Aufgabe des Therapeuten gehört es, entsprechende Rituale anzubieten, die dies ermöglichen und das Konstruktive zum Inhalt haben.