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NEUROLINGUISTISCHES PROGRAMMIEREN

NEUROLINGUISTISCHES PROGRAMMIEREN
Über den (Un) Sinn einer Namensgebung

 

Als Neurolinguist beschäftige ich mich tagtäglich, in der Arbeit mit KlientInnen und AusbildungsteilnehmerInnen, mit der sprachlichen Codierung von Erfahrung.

 

Wir wissen, dass Erfahrung nicht eins zu eins in Sprache übersetzt werden kann.
Die Linguistik beschreibt 3 Kategorien, die modellhaft verdeutlichen, wie Erfahrungswerte gefiltert und „komprimiert“ in Form von Sprache formuliert werden:

 

  • bestimmte Aspekte werden weggelassen
  • andere werden verallgemeinert
  • Zusammenhänge und Verknüpfungen mit anderen Erfahrungen werden gebildet

 

Sprache ist aber nicht nur eine Ausdrucksform von Erfahrung, sie wirkt auch wiederum erfahrungsinduzierend.

 

In der therapeutischen Praxis ist dieses Phänomen sehr gut zu beobachten:
verallgemeinernde, meist in Ursache – Wirkungs – Zusammenhänge gekleidete Beschreibungen von Problemerleben, verstärken die „Problemtrance“.

 

Was drückt nun der Name NEUROLINGUISTISCHES PROGRAMMIEREN aus und wie wirkt er ?

 

PROGRAMMIEREN ist ein Verb und drückt somit eine Tätigkeit aus.
Zu jedem Vorgang des Programmierens gehört jemand, der programmiert, und etwas oder jemand, der oder die programmiert wird.

 

Diese Informationen nach dem WER und nach dem WEN oder WAS sind hier getilgt.

 

Richard Bandler, einer der Mitbegründer des NLP, hat einmal großen Wert darauf gelegt, sich selbst und die Absolventen seiner Ausbildungsgruppen als NEUROLINGUISTISCHE PROGRAMMIERER zu bezeichnen.
Die Frage nach dem WER wäre also somit geklärt, und die Frage nach dem WEN oder WAS ergäbe sich logischerweise aus dem Betätigungsfeld der NLPler: Kommunikationssituationen aller Art.
Folgerichtig wären es also die Gesprächspartner, KlientInnen usw., die programmiert werden.

 

Und genau an diesem Punkt ist die Angst vieler Menschen vor Manipulation begründet:
Das PROGRAMMIEREN im Titel lädt ja förmlich dazu ein, in Manipulationsassoziationen hinein zu gehen.

 

Wenn man sich Bandler´sche Manuale ansieht, z.B. das über Hypnose, könnte man fast glauben, das wäre auch genauso gewollt.
Geht es doch dort u.a. darum, möglichst trickreich „geniale“ Suggestionen beim Klienten zu platzieren.

In den letzten 21 Jahren, in denen ich als NLP – Lehrtrainer Ausbildungen anbiete,
haben Interessenten vielfach ihre Sorge, bezogen auf Manipulation, artikuliert, und zwar vor allem dergestalt, dass sie befürchteten, dass mit ihnen etwas gegen ihren Willen gemacht werden würde.

 

Die formulierten Befürchtungen in Bezug auf NLP erinnern mich an Befürchtungen, die in Bezug auf Hypnose geäußert werden.

 

Doch die Befürchtungen und Ängste sind lediglich eine Seite der Medaille.
Auf der anderen Seite weiß man, dass vermeintliche Manipulationswerkzeuge eine ungeheure Faszination auf Menschen ausüben können.

 

Wenn nun beide Seiten in einem Menschen vereint sind, und dieser Mensch sich mit diesen gegensätzlichen Anteilen in Therapie oder Beratung begibt, entsteht eine paradoxe Situation:

 

Einerseits wünscht der/die KlientIn, dass Veränderungs- oder Heilungsimpulse von aussen kommen, ohne dass er dafür Verantwortung zu tragen braucht, und andererseits fürchtet er/sie die Macht des/der TherapeutIn.

 

In dieser Situation hilft erstmal ein offenes transparentes Gespräch, bei dem Vereinbarungen über die Art der Zusammenarbeit im therapeutischen Kontext getroffen werden.

 

In der historischen Entwicklung der Hypnose hat es entsprechend den gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen unterschiedliche Ansätze gegeben.

 

Der Ansatz, den die meisten Laien (aber nicht nur die) heute noch mit Hypnose verbinden, ist bekannt als der autoritäre Ansatz. Er ist charakterisiert durch folgende Aspekte:

 

Das Unbewusste wird als eine Art „tabula rasa“ gesehen, in die Suggestionen eingepflanzt werden.

 

  • Der Hypnotiseur hat Macht über den/die KlientIn
  • Der Klient trägt keine Eigenverantwortung,
    sondern hat sie an den Experten (den/die TherapeutIn) abgegeben
  • Die Einzigartigkeit des/der KlientIn findet keine Berücksichtigung

 

Wie oben schon angedeutet, hat die Hypnose eine Entwicklung vollzogen, so dass man heute vom kooperativen Ansatz spricht.

 

Diese Kooperation im Kontakt zwischen KlientIn und TherapeutIn ist gekennzeichnet durch das Wissen um

 

  • die Einzigartigkeit und Eigenverantwortlichkeit des/der KlientIn
  • die Autonomie des Klienten- und des Therapeuten- Systems
  • die Wichtigkeit der Akzeptanz und Würdigung (auch Angleichung)
  • die Wichtigkeit von Flexibilität in der Beziehungsgestaltung
  • Utilisationsmöglichkeiten

 

Die Begründer des NLP waren allesamt Schüler von Milton Erickson, dem Begründer der modernen Hypnotherapie.

 

Schaut man sich den geistigen Nährboden und die davon abgeleiteten Grundannahmen des NLP an, so erkennt man nicht nur deutlich die erickson`sche Haltung, sondern auch die Ideen des sozialen Konstruktivismus:

 

  • Jeder Mensch ist einzigartig
  • Wirklichkeit ist nicht objektiv, sie entsteht im „Auge des Betrachters“
  • Jeder Mensch hat ein eigenes Modell von der Welt
  • Je nach dem, wie ein Mensch ein Ereignis bewertet, je nach der Art der Bedeutungsgebung, konstruiert er seine persönliche Realität
  • Menschen reagieren nicht auf Ereignisse an sich,
    sondern auf die eigenen inneren Interpretationen der Ereignisse

 

Diese Liste mit konstruktivistischem Gedankengut könnte weiter fortgesetzt werden.
Jedem NLPler sind diese Sätze bekannt.

 

Wenn man sie ernst nimmt, könnte man daraus ableiten, dass in Kommunikationssituationen unterschiedliche Welten miteinander in Kontakt kommen. Soll es in diesem Kontakt um Verstehen der subjektiven Realitätskonstruktionen des Gesprächspartners gehen
– und dies gilt insbesondere für den Beratungs- und Therapiekontext – müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

 

  • man braucht Interesse, und die Offenheit der Sinne, die andere Person in ihrer
    Individualität, mit ihren Werten, Überzeugungen und Kompetenzen kennen zu lernen
  • man braucht eine wertschätzende Grundhaltung, in der die subjektiven Landkarten
    des Anderen akzeptiert und gewürdigt werden
  • man braucht die Bereitschaft, sich auf eine Weltsicht einzulassen, die anders ist als die eigene, in der es andere Assoziationen gibt, und in der Assoziationen anders miteinander verknüpft sind als in der eigenen

 

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können entsprechend den Vereinbarungen und Verträgen, unterstützende Angebote für gewünschte Veränderungen gemacht werden.

 

In der erickson`schen Therapie gibt es einen zentralen Begriff: UTILISATION

 

Utilisation bezeichnet eine zieldienliche Nutzbarmachung von Aspekten aus dem Klientensystem.
Im NLP ist dieser Ansatz aufgegriffen worden in der Idee des Pacing/Leading.

 

Utilisation bezieht sich auf:

 

  • die Haltung des/der KlientIn (Körperhaltung, Gesten, kinästhetische Anker)
  • die Werte und Überzeugungen des/der KlientIn
  • Was er/sie mag und was nicht
  • Denk- und Fühlmuster
  • Strategische Aspekte (Mikro und Makro)
  • Die systemische Dynamik
    (wie ein/eine KlientIn eingebunden ist in systemische Zusammenhänge)
  • Ressourcen und Kompetenzen

 

Die von Ericksson dokumentierten Fälle sind verwurzelt in diesem Utilisationsansatz.
Was immer du an Informationen hast, erlaube es, dir sie zu nutzen …

 

Für Jeff Zeig ist dieser Ansatz

 

eine Philosophie der Effizienz.

Sie macht die Therapie experimentell und erfinderisch und ist die Grundlage für Lösungen.
Wir sagen den Menschen nicht, was sie denken, fühlen und tun sollen.

 

Im NLP gibt es reichhaltiges Repertoire von Utilisationsmethoden.

 

Nur – was hat das mit PROGRAMMIEREN zu tun ?

 

Meiner Meinung nach ist dieses PROGRAMMIEREN irreführend, weil es die Methodenfülle und die darin enthaltene Vielseitigkeit und Kreativität in den Dienst eines einseitigen Leading – Prozesses stellt. Die schöpferischen Möglichkeiten wirken dadurch ärmlich kanalisiert und gebremst.

 

In den letzten Jahren haben sich im Übrigen viele Kollegen mit der offiziellen Übersetzung dieses P schwer getan. Bei einigen wird es übersetzt als PROZESSARBEIT, in meinem Institut hat die Übersetzung PSYCHOLOGIE seit einigen Jahren Bestand.

 

Am einfachsten allerdings haben es diejenigen, die NLPt anbieten.
NEUROLINGUISTISCHE PSYCHOTHERAPIE ist glücklicherweise von diesem PROGRAMMIEREN befreit.

Hypnotherapie 2

Hypnotherapie 2

 

In der hypnotherapeutischen Fachwelt werden unter „Hypnose“ alle Kommunikations- und Interaktionsprozesse verstanden, die rituell eingesetzt werden, um bestimmte Erlebnis- und Bewusstseinszustände anzuregen, die allgemein als Trance – Zustände bezeichnet werden.

 

Trance – Phänomene werden in unserer Kultur üblicherweise beschrieben als Zustände tiefer Entspannung und nach innen gerichteter Aufmerksamkeit.
In diesem Verständnis ist die nach außen bezogene Aufmerksamkeit und Alltagswirklichkeit ausgeschaltet.
Mit geschlossenen Augen ist der Klient abwesend von der äußeren Realität. Um die Trance auszuleiten braucht es eine Reorientierungsphase im Sinne eines Umschaltprozesses auf Wachbewusstsein und Wahrnehmung der Alltagswirklichkeit.

 

Anthropologische und ethnologische Studien zeigen, dass seit mindestens 10 000 Jahren in allen Kulturen Trance – Phänomene im Kontext von Heilungsritualen und religiösen Zeremonien genutzt wurden.
Trance – Rituale dienten einem Ziel und hatten von daher sehr unterschiedliche Gestaltungsformen.
Im Zeitalter der Jäger- und Sammler- Kulturen ging es weniger um Entspannungszustände.
Vielmehr wurden Formen der dynamischen Interaktion mit Gesang und Tanz genutzt, um sich z.B. auf die Jagd vorzubereiten.

 

Angesichts dieses Wissens wäre es durchaus ratsam, das Verständnis über Trance- Prozesse in unserer Kultur zu erweitern. Entspannungstrancen können sehr wohltuend wirken, sind aber kein Allheilmittel.
Es gibt eine Vielzahl von anderen Erlebniszuständen, die mit einem Maß von mehr oder weniger intensiv ausgeprägter Spannung einhergehen.
Um hypnotherapeutisch zu arbeiten, können wir uns erlauben, Trance als zieldienliche Intervention zu sehen und die ganze Vielfalt gewünschter Erlebnismöglichkeiten zu nutzen.

 

Ein amerikanischer Wissenschaftler namens Beahrs hat sich in den 80er Jahren die Mühe gemacht, unterschiedliche Definitionen von Trance und Hypnose zu vergleichen, um Gemeinsamkeiten herauszufiltern. Er ist zu folgenden Ergebnissen gekommen:

 

  • In der Trance herrscht „unwillkürliches Erleben“ im Sinne von „es geschieht von selbst“ vor.
  • Bei der Induktion wird im Spektrum des Erlebens von willkürlicher Kontrolle zu mehr unwillkürlicher Selbststeuerung des Organismus übergeleitet.
  • Trance ist ein Zustand fokussierter Aufmerksamkeit für ein bestimmtes Erleben bzw. ein Zustand des Absorbiertseins von einem bestimmten Erleben. (Das wird im übrigen auch dem Erfinder des Wortes „Hypnose“, James Braid, gerecht, der 1842 den Namen „Monoideismus“ prägte.)
  • Subjektiv werden die Prozesse als „automatisch“ ablaufend wahrgenommen und können auch als „Flow – Erlebnisse“ bezeichnet werden.

 

Trance ist ein natürliches, alltägliches Phänomen.
Unwillkürliche Prozesse sind schneller, wirksamer, ökonomischer als bewusste Abläufe und ihnen in allen Belangen überlegen.
Das zeigt sich deutlich bei der Betrachtung von Symptomen:
die Kraft des willkürlichen Wollens hat meistens keine Chance gegen die unwillkürlichen Prozesse.

 

Symptome, unter denen ein Mensch leidet, sind geradezu dadurch charakterisiert, dass man sie auf bewusster, willkürlicher Ebene nicht steuern kann und dass sie sich auf unwillkürlicher Ebene machtvoll durchsetzen.
Viele Klienten nehmen ihr bewusstes „Ich“ als Opfer eines unwillkürlichen „Es“ wahr.
Verständlicherweise werden unwillkürliche Prozesse in Folge dessen als bedrohlich erlebt.
Es werden (Lösungs-) Versuche gestartet, das Bedrohliche zu bekämpfen.
Viele Aufträge in Therapie- und Beratungs- Kontexten beinhalten den Wunsch,
dass man gemeinsam (Therapeut/Berater und Klient) mit vereinten Kräften den gewünschten Sieg davon trägt.

 

Geht man als Therapeut/Berater auf solche Aufträge ein, lernt man sehr schnell die Macht des Unbewussten kennen. Meistens bewirken die bewussten Bekämpfungsversuche lediglich eine Verstärkung der Problemerlebens.

 

Steven Gilligan und Gunther Schmidt haben in den 90er Jahren den Begriff „Problemtrance“ oder „Symptomtrance“ kreiert, um zu verdeutlichen, dass Symptomprozesse ähnlich ablaufen wie Trance – Induktionen.
Wer ein Problem hat (oder wen ein Problem hat ?) weiß um die Hilflosigkeit, die entsteht, wenn man versucht, ein unwillkürliches Geschehen willkürlich zu verändern.

 

Prozesse, die außerhalb der bewussten Kontrolle ablaufen, zeigen sich der bewussten Wahrnehmung auf dem Wege der Unwillkürlichkeit.
Will man den Wert solcher Prozesse und der damit zusammenhängenden Signale verstehen,
so impliziert das auch einen wertschätzenden Umgang.
Und das würde bedeuten, dass der bewusste Verstand eine wertschätzende kooperative Haltung zur unbewussten/unwillkürlichen Seite entwickeln würde.

 

„Ich“ und „Es“ sind dann in einem kooperativen Miteinander.
Für den bewussten Verstand ist das eh das Beste, sonst würde er auf ziemlich verlorenem Posten dastehen:
die moderne Hirnforschung kann überzeugend nachweisen, dass praktisch jeder Entscheidungsprozess zunächst schon auf unbewusster Ebene insbesondere im Bereich des limbischen Systems vorentschieden ist, bevor er ins Bewusstsein dringt.

 

Das Primat des aufgeklärten, rationalen Denkens ist schlicht eine Illusion.

 

Auf das limbische System zu hören ist die klügste Verhaltensweise überhaupt.
Die Ebene des Verstandes und der Vernunft bildet sich in der Hirnentwicklung erst sehr spät aus und
erhält auch nie einen im wahrsten Sinne entscheidenden Einfluss auf das Verhalten.
Das limbische System benutzt sprichwörtlich den Verstand, um komplexe Situationen differenziert bewerten zu können, gibt aber nie die Letztentscheidung ab.
Der die Entscheidungen fällende „Vorstand“ des Systems sitzt im limbischen System.
(Roth 2003)

 

Der Begriff des „Unbewussten“ ist sehr vage und macht nur Sinn in der Unterscheidung zum „Bewussten“ (sowie die Bezeichnung „Trance auch nur Sinn macht in der Unterscheidung zu dem Erleben, von dem es unterschieden werden soll, nämlich vom „Wachbewusstsein“).
Das Unbewusste erhält zusätzlich Bedeutung durch die Art der Konnotation:

 

In der Freud´schen Sicht ist das Unbewusste der Bereich für alles Triebhafte und Verdrängte. Logischerweise plädiert er für eine größtmögliche Bewusstmachung, so dass „Es“ bewusst gehandhabt und kontrolliert werden kann:

 

Wo ES war, soll ICH werden …

 

Ganz anders ist der Begriff des „Unbewussten“ bei Erickson konnotiert:
Das Unbewusste wird hier gesehen als der Bereich, der die Gesamtheit der Lernprozesse,
Ressourcen und persönlichen Kompetenzen beinhaltet.
„Wie eine liebevoll fürsorgliche Mutter“ steuert das „Unbewusste“ nicht nur alle
unwillkürlichen physiologischen Prozesse des Menschen, sondern auch die seelischen Prozesse und deren Wechselwirkung mit körperlichen Abläufen.

 

Auch wenn die unwillkürliche Seite (also dieses intuitive Wissen) sich oft für den bewussten Verstand auf eine eher befremdliche und unverständliche Weise ausdrückt, nämlich in Form von Bildern, Empfindungen, mehr oder weniger diffusen Gefühlen,
– eben in vorsprachlich sinnesspezifischer Weise (VAKOG) – wird hier für eine wertschätzende Kooperationsbeziehung zwischen dem bewussten Verstand und der intuitiven Seite geworben.

 

BEWUSSTSEINWillkürlich
Ich mache

Gewohnheitswirklichkeit
Willkürliches Denken
ICH

UNBEWUSSTESUnwillkürlich
Es geschieht

Sitz der Kompetenzen/Potentiale/Ressourcen
Unwillkürliches Denken
ES, Intuition, Organismus

 

Für die konkrete Anwendung von Trance – Interventionen ergibt sich aus dem oben gesagten eine systemische Logik:

 

  • Eine optimale Trance entsteht durch eine optimale Beziehungsgestaltung.
  • Es geht um
    – eine kooperative Wertschätzung
    – ein sowohl als auch
    – eine Kommunikation auf der bewussten und auf der unbewussten Ebene.

 

Im therapeutischen Verständnis ist in Trance- Zuständen die Aufmerksamkeit meist nach innen gerichtet.
Für den Klienten bedeutet das ein ganz persönliches, sinnliches Erleben im Innern.
In unserer „linkshemisphärischen“ Kultur geschieht es häufig, dass Menschen den Kontakt zu ihrem Inneren Selbst verloren haben. Deshalb ist das Ziel von Trance-Arbeit, äußere Programmierungen bzw. bewusste Einstellungen und erlernte Gewohnheiten,
die blockierend gegenüber dem Unbewussten wirken, aufzulösen, damit sich die Botschaften des Unbewussten entfalten können.

 

Es geht darum,

 

  • die Dinge wie von selbst geschehen zu lassen
  • vom eigenen Inneren zu empfangen
  • Berührung mit dem inneren Selbst zu erleben
  • den Wert der einzigartigen inneren Erlebnisse zu erkennen
  • ein bislang unerkanntes Potential wirksam werden zu lassen, um dadurch intensiver und einfühlsamer lernen zu können.

 

Milton Erickson hat die Begrifflichkeiten TRANCE, UNBEWUSSTES und BEWUSSTSEIN
wie folgt in Zusammenhang gestellt:

 

Das Unbewusste ist ein Hersteller von Informationen.

Das Bewusstsein ist ein Verbraucher.
Trance ist ein Vermittler zwischen ihnen.

Grundsätze des NLP

Einige Grundsätze des NLP

 

  • Die Landkarte ist nicht das Gebiet

Die Welt in der wir leben, wird von jedem Menschen auf ganz individuelle Weise wahr genommen. Jeder Mensch als einzigartiges Wesen ist wie ein eigenes Universum und hat ein eigenes Modell von der Welt. Das Verhalten eines Menschen richtet sich nach seinem internen Modell von der Welt, und nicht danach, wie die äußere Realität beschaffen ist.
Diese innere Abbildung der Realität wird im NLP metaphorisch „innere Landkarte“ genannt. NLP ist die Kunst, innere Landkarten zu erkennen, zu würdigen und den jeweiligen Wünschen und Zielen der Person entsprechend zu erweitern.

  • Geist und Körper beeinflussen sich wechselseitig

Geist und Körper sind Teile des gleichen kybernetischen Systems.
Was mental geschieht, zeigt sich auch körperlich. Innere Befindlichkeiten drücken sich physisch aus. Manchmal ist dieser Ausdruck offensichtlich, und manchmal nur an kleinen Veränderungen wahrnehmbar.
Im NLP trainieren wir unsere Wahrnehmungsfähigkeiten, um die Physiologie eines anderen Menschen aufmerksam beobachten zu können, und auch feinste Veränderungen zu bemerken.

  • Wir können nicht nicht kommunizieren

Dieser Satz stammt von Paul Watzlawik. Wir beeinflussen die Welt, in der wir leben, mit allem, was wir tun oder was wir nicht tun.
Selbst in gegenseitiger Ignoranz verbergen sich Botschaften, die vielleicht signalisieren:
„Ich will in Ruhe gelassen werden“ oder „Ich hab keine Zeit“ oder ähnliches. Derartige Signale wirken meist unterschwellig.
Es ist gut zu wissen, daß wir alle ständig körpersprachliche Signale aussenden, die von anderen Menschen gemäß ihrer inneren Landkarte interpretiert werden. Hierbei wird die „Richtigkeit“ der eigenen Interpretation vollständig außer Acht gelassen.
Individuelle Lernprozesse in unserer persönlichen Geschichte sorgen dafür, daß wir den Dingen um uns herum eine bestimmte Bedeutung geben, indem wir unsere Wahr-nehmung unbewußt filtern.

  • Je mehr Wahlmöglichkeiten uns zur Verfügung stehen, desto größer ist unsere Flexibilität

Flexibel zu sein in unterschiedlichen Situationen heißt, daß wir in unserem Verhaltens-repertoire Möglichkeiten haben, angemessen reagieren zu können.
„Wenn das, was du bisher getan hast, nicht funktioniert, dann tue etwas anderes“. Diese Aufforderung ist in vielen NLP – Publikationen zu finden.
Deshalb sind viele Methoden des NLP so angelegt, uns darin zu unter-stützen, daß wir unser Repertoire durch Lernprozesse erweitern.
Wir lernen dabei, mit Hilfe unserer Kreativität zu experimentieren und auch gezielt zu modellieren.

  • So einfach wie möglich, so komplex wie nötig

Im NLP ist vielschichtiges Wissen aus unterschiedlichen Bereichen komprimiert worden, und wir haben die Möglichkeit, die effekti-ven Werkzeuge, die dar-aus entstanden sind, für uns zu nutzen.
Um sowohl der Einfachheit als auch der Komplexität der Realität gerecht zu werden, gilt im NLP das Prinzip der schlichten Eleganz: Ein nützliches Modell sollte so einfach wie möglich beschaffen sein, und so komplex wie nötig.

  • Kommunikation ist ein sinnlicher Prozeß

Wir kommunizieren in allen verfügbaren Sinneskanälen. Wir sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken.
Auch wenn das Bewußtsein in erster Linie auf verbale Botschaften achtet, orien-tiert sich unser Unbewußtes an den ganzheitlichen Sinneseindrücken.
Jedes Sinnessystem empfängt und verarbeitet permanent Informationen. Im NLP nutzen wir dieses Wissen, um ganz gezielt Sinneskanäle zu aktivieren.

  • Die Bedeutung deiner Kommunikation ist die Reaktion, die du erhältst

Entscheidend in Kommunikationsprozessen ist weniger die Absicht des Senders, sondern die Reaktion des Empfängers. Mißverständnisse und Streitigkeiten basieren oft auf einem unterschiedlichen Verständnis der selben Worte. Und solange dieses Mißverständnis nicht meta-kommuniziert wird, kann der Standpunkt des anderen auch nicht nachvollzogen werden.
Im NLP lernen wir, Verantwortung zu tragen für das eigene Kommunikationsverhalten.

  • Jede Reaktion ist ein wertvolles Feedback

Es gibt keine Fehler, kein Versagen in der Kommunikation zwischen Menschen, sondern nur Feedback, aus dem wir lernen können.
Auch überraschende oder unerwünschte Reaktionen einer anderen Person sind wertvolle Informationen, um die Realität des anderen besser verstehen zu können.

  • Hinter jedem Verhalten steht eine positive Absicht

Jedes Verhalten erfüllt im Leben eines Menschen eine Funktion, die von seinem Unbewußten als nützlich bewertet wird. Jeder menschliche Impuls läßt sich in einen posi-tiven Bezugsrahmen führen.
Hierfür besonders geeignet sind die verschiedenen Methoden des Reframing. Wir lernen durch diese Prozesse, daß auch ein als problematisch erlebtes Verhalten eine ökologische Funktion im menschlichen Gesamtsystem erfüllt. Durch das Würdigen der positiven Absichten werden ungeahnte Energien freigesetzt, die uns in die Lage versetzen, alternative Verhaltensweisen realisieren zu können.

  • Menschen treffen stets die beste ihnen zur Verfügung stehende Wahl

Jeder Mensch ist auf seine Weise einzigartig und entwicklungsfähig.
Wir verhalten uns in jedem Moment unseres Lebens so, wie es unserem aktuellen Informationsstand, unserer Ökologie und unserer inneren Landkarte entspricht.
Wenn wir andere, vielleicht bessere Möglichkeiten in unser Repertoire integrieren können und somit zur Verfügung haben, können wir eben diese anderen Mög-lichkeiten einsetzen. So erhöhen wir unsere Flexibilität und können auf die Anforderungen des Lebens angemessen reagieren.

  • Alle Ressourcen für Veränderung sind bereits in uns

Grundsätzlich verfügen wir über alle Ressourcen, die wir für Veränderungen brauchen.
Es gibt allerdings Situationen, in denen wir Schwierigkeiten haben, in Kontakt mit unseren Ressourcen zu kommen. In solchen Fällen können wir unsere innere Kreativität aktivieren, mit deren Hilfe wir den Zugang wieder herstellen können.