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AIKIDO – Prinzip in der Psychotherapie

Das AIKIDO – Prinzip in der Psychotherapie

 

AIKIDO ist ein in Japan von MORIHEI UYESHIBA begründeter Weg der körperlichen und geistigen Schulung zur Selbsterweiterung des Menschen.
Morihei Uyeshiba (1883-1969) stammte aus einer angesehenen Samurai-Familie,
erlernte die verschiedenen klassischen Kampfkünste Japans und erforschte deren Grundprinzipien.
Dabei erkannte er, dass in allen Kampfsportarten eine künstliche Polarität zwischen Menschen erzeugt wird, die auf Gewalt und Gegengewalt beruht.
Diese Grundkonstellation, so Uyeshiba, fördert Aggression und führt zur Eskalation von Gewalt.
Aus dieser Erkenntnis heraus formte er ein neues System einer kodierten Körpersprache und Körperdynamik zur Entwicklung und Regeneration geistig – seelischer und körperlicher Kräfte.
Eine tief empfundene Harmonie mit der Natur und dem Kosmos und ein Respekt vor allem Lebendigen bilden die Basis des AIKIDO.
Entgegen der oben beschriebenen Haltung in den Kampfsportarten, durch Kampf und Gewalt einen Sieg zu erreichen, geht es im AIKIDO um das harmonische Vereinen gegensätzlicher Kräfte.

 

AIKIDO heißt übersetzt:

AI Harmonie, Einheit, Liebe
KI geistige Urkraft, kosmische Energie, Fluidum
DO Weg

 

Uyeshiba beschreibt die Bedeutung des AIKIDO mit folgenden Worten:

 

AIKI ist keine Technik, um den Feind zu bekämpfen oder zu besiegen;
es ist der Weg, die Welt zu versöhnen und aus den Menschen eine Familie zu machen.
Das Geheimnis des AIKIDO ist es, sich mit den Bewegungen des Universums in Einklang zu bringen
und mit ihm zu harmonisieren.

 

Um Kräfte zu vereinen, die aus unterschiedlichen Richtungen kommen, werden im AIKIDO kreis – und spiralförmige Bewegungen geübt.
Diese spielerisch wirkenden, geschmeidigen Bewegungsabläufe bewirken nicht nur eine Kräftigung des Körpers, sondern auch Bewusstheit und Klarheit im Verhalten.
Einfachheit, Natürlichkeit und Friedfertigkeit sind hierbei wesentliche Bestandteile.

 

Die nachfolgenden Ausführungen haben die Absicht, anhand von AIKIDO – Grundzügen,
wesentliche Aspekte der Beziehungsgestaltung zwischen TherapeutIn und KlientIn zu beschreiben.
(T steht für TherapeutIn, K steht für KlientIn)

 

Die Persönlichkeit von T 

 

Der Aikidoka agiert aus der Mitte heraus.
Die stabile Ausgangsposition ermöglicht ihm den effektiven Einsatz seiner Kräfte zur Lösung der mit dem Leben verbundenen Aufgaben.

 

Es ist eine Grundvoraussetzung für Menschen, die mit anderen Menschen therapeutisch arbeiten,
dass sie sich in einem permanenten Prozess der Selbsterfahrung und Selbstreflektion befinden.
Das ist keineswegs eine übliche Sichtweise. Vor einigen Jahren verkündete ein Psychologie – Professor mit Stolz, dass er vor 30 Jahren Selbsterfahrung gemacht und deshalb ein Hinterfragen seiner Person oder seines Tuns nicht nötig hat.

 

Der permanente Prozess der Selbsterfahrung bedeutet natürlich in erster Linie, mit sich selbst im Sinne einer körperlich-geistig-emotionalen Gesunderhaltung bzw. Gesundung in Übung zu bleiben.
Körperliche und geistig – emotionale Beweglichkeit bilden sozusagen den Nährboden, auf dem gesunde Beziehungen zu anderen Menschen und ein gesunder Kontakt zu sich selbst im Innern gedeihen können.
Wie soll ein T, die/der die Signale des eigenen Körpers ignoriert, die körpersprachlichen Botschaften von K wahrnehmen und sie als kodierte Aussage innerer Konstellationen verstehen ?
Wie soll ein T, die/der die eigenen Beziehungen (Ehe, Partnerschaft, Familie …) ungeklärt lässt,
einem K auf kongruente Weise Unterstützung geben, wenn es um Paar- und Familienthemen geht ?
Wie soll ein T, die/der mit sich selbst im Unreinen ist, einem K Hilfestellung geben bei der Lösung von Konflikten ?

 

Sich seiner selbst bewusst zu sein, eigene Fähigkeiten und Kompetenzen realistisch einzuschätzen, mit sich selbst liebevoll, wachsam und wertschätzend umzugehen, gut für sich selbst zu sorgen, eine wohltuende Haltung einzunehmen …
das sind wichtige Vorab – Bedingungen, um einen wertschätzenden Kontakt zu anderen Menschen,
innerhalb und ausserhalb von therapeutischen Settings, aufzubauen.

 

Beziehungsgestaltung 

 

Wer immer auf den Boden schaut, kann nicht die Sterne sehen

 

Die Annahme, dass es eine objektive Wirklichkeit gibt, hat sich in den letzten Jahrzehnten philosophisch und naturwissenschaftlich als nicht haltbar erwiesen.
Zahlreiche Untersuchungen, auch in der Hirnforschung, legen den Schluss nahe, dass wir es, wenn es um Wahrnehmung der Wirklichkeit geht, mit ganz persönlichen Konstruktionen von Realität zu tun haben.
In sozialen Kontexten ist es gerade die persönliche Bewertung und Bedeutungsgebung von
Ereignissen oder Erlebnissen, die eine subjektive Wirklichkeit schafft. (sozialer Konstruktivismus)

 

Schon bei Epiktet heißt es:

 

Erfahrung ist nicht das, was mit einem Menschen geschieht.
Sie ist das, was ein Mensch aus dem macht, was mit ihm geschieht,
und wie er das Geschehene bewertet.

 

Heinz von Förster, ehemals Professor für Informatik, Biophysik, Physiologie formuliert die Grundzüge des sozialen Konstruktivismus folgendermaßen:

 

Es ist doch ein unglaubliches Wunder, das hier stattfindet.
Wenn man nur für einen Moment sagt:
Das bist du, der diese Sicht der Welt produziert, das ist nicht draußen, das ist nicht irgendeine sogenannte objektive Wirklichkeit, auf die man sich beziehen kann.
Man kann nicht mehr andere verantwortlich machen für das, was man sieht, denn man ist ja selbst derjenige, der diese Sicht konstruiert.
Die Menschen erhalten ihre Verantwortung in größtmöglichem Maße wieder zurück, können sie nicht an irgendeine übergeordnete Instanz oder irgendwelche äußeren Umstände abschieben. Sie werden Beteiligte.

 

Paul Watzlawick, Professor für Psychiatrie und Lehrbeauftragter für Psychotherapie, formuliert folgendermaßen:

 

Wir leben in einer imaginären Wirklichkeit.

 

Ruth Cohn, die Begründerin der TZI (Themenzentrierte Interaktion), antwortet in einem Interview auf die Frage, was wohl die wichtigsten Erkenntnisse aus ihrer jahrzehntelangen therapeutischen Arbeit seien, mit den folgenden 3 Sätzen:

 

Alle Menschen sind gleich
Alle Menschen sind verschieden
Alle Menschen sind gleich und verschieden

 

Geht man davon aus, dass sich im therapeutischen Kontext Themen wiederholen, – einfach, weil es menschliche Themen sind -, so ist doch die Ausprägung der Themen eine ganz persönliche.

Individuelle biographische Komponenten mögen ihren Teil dazu beitragen, dass gegenwärtige Erfahrungen auf besondere (persönliche) Weise interpretiert werden.

Alfred Korzybski, ein Psychologe und „Neurolinguist“ hat zu Beginn des letzten Jahrhunderts die These aufgestellt, dass Menschen durch die Ansammlung von Erfahrungswerten (und der jeweiligen Bedeutungsgebung) „innere Landkarten“ anlegen, mit Hilfe derer sie in der äußeren Welt Orientierung finden.
Sein Satz Die Landkarte ist nicht das Gebiet unterscheidet die äußere Welt von dem, was Menschen innerlich daraus machen. Weiterhin formuliert er sinngemäß:
Menschen reagieren nicht unmittelbar auf die äußere Welt, sondern auf die inneren Landkarten.

 

Subjektive Wirklichkeiten – also das, was bei einem Menschen ganz persönlich wirkt -, beinhalten Aspekte der Wahrnehmung und Muster des Denkens, Fühlens und Verhaltens.
Wesentliche Aspekte der Beziehungsgestaltung im therapeutischen Kontext sind

 

  • die wertschätzende Aufmerksamkeit für K
  • Offenheit und Wachsamkeit für die persönlichen Realitätskonstruktionen

 

In vielen therapeutischen Verfahren gibt es rigide Vorgehensweisen, die auf eine ebenso rigide Kategorisierung von menschlichem Verhalten zurückgreifen.
Eine vermeintlich symptombezogene Sicht lässt die Individualität und die Persönlichkeit von K oftmals außer acht.

 

Eine Geschäftsfrau, deren Firma Konkurs anmelden musste, leidet unter der Situation.
Sie schildert ihrem Hausarzt die Lage und klagt über Schlafstörungen.
Der Hausarzt überweist sie an einen Psychoanalytiker. In der ersten Therapiestunde bekommt die Klientin einen Fragebogen, für dessen Beantwortung sie 40 min braucht. Die Frau soll in dem Bogen eintragen, wann sie zum ersten Mal ihre Regel hatte, wann sie zum ersten Mal einen Mann geküsst hat,
wann sie das erste Mal Geschlechts- verkehr hatte usw. Nach dieser ersten Sitzung, die damit endet, dass der Analytiker der Klientin beim Überfliegen der Antworten im Fragebogen sagt, dass man in der Therapie wohl weit in die Kindheit zurückgehen müsste, weiß er nichts über die Beweggründe der Frau, in Therapie zu kommen, nichts über deren Leiden, nichts über ihre Hoffnungen usw.

 

Solche standartisierten Verfahren gehen an den Bedürfnissen der Menschen vorbei und missachten die Persönlichkeit der Klienten.

 

In modernen „konstruktivistischen“ Therapieverfahren weiß man um die Wichtigkeit des grundlegenden Respekts und der Wertschätzung der Klienten in ihrer Individualität.
Man geht davon aus, dass ein „Pacing“, ein Angleichen an die subjektiven Realitätskonstruktionen der Klienten notwendig ist, um einen sinnvollen, gemeinsamen Prozess zu initiieren.
Und somit bin ich auch wieder beim Weg des Aiki angekommen.

 

Durch die Vereinigung von Kräften in einer fließenden Bewegung
entsteht ein harmonisches Miteinander.

 

Es ist wie ein gemeinsamer Tanz, der von T Wachsamkeit, Flexibilität und eine neugierige „Forscherhaltung“ verlangt, um die Botschaften und Impulse von K aufzunehmen und entsprechend dem therapeutischen Auftrag in eine gewünschte Richtung hin gemeinsam entwickeln zu können. Ein wohltuendes „Eigenpacing“, wie es im ersten Abschnitt beschrieben wurde, ist hier selbstverständlich vorausgesetzt.

 

Die Einstellung des Menschen offenbart sich in seiner Haltung

 

Vor einigen Jahrzehnten wurde von Milton Erickson der Begriff „Utilisation“ geprägt.
Damit ist gemeint: ein zieldienliches Nutzbarmachen von für den therapeutischen Prozess hilfreichen Aspekten aus dem subjektiven Modell der Welt des Klienten.

 

Jeff Zeig, der Vorsitzende der Milton Erickson Foundation, beschreibt das Prinzip der Utilisation als eine Philosophie der Effizienz. Jeff Zeig in einem seiner Seminare:

Utilisation

 

  • macht die Therapie experimentell, erfinderisch
  • erhält sie frisch
  • gibt Energie
  • ist die Grundlage für Lösungen
  • macht Spaß
  • hält T jung
  • führt zu Assoziationen

 

Utilisation bezieht sich auf die

 

  • verbalen Botschaften von K
    (Sinnespräferenzen in der Sprache, Schlüsselbegriffe, Überzeugungen,
    hypnotische Sprachmuster im Sinne von wirkungsvollen Selbstsuggestionen)
  • nonverbalen Botschaften von K
    (Bewegung, Körperhaltung, Gestik, Mimik usw., im Sinne von ideomotorischen Signalen,
    die als spezifische Codierung von innerem Erleben fungieren)
  • gegenwärtigen Denk- und Fühlmuster
  • Stärken, Erfolgserlebnisse, Sternstunden
  • Fähigkeiten, Qualitäten und Werte
  • Selbstbilder
  • Erfahrungen von Gemeinschaft und Zugehörigkeit
  • systemische Dynamik, in der K erlebt und agiert.

 

K wird im therapeutischen Prozess dort respektvoll abgeholt, wo er/sie sich gerade befindet.
Dabei spielt die Wachsamkeit von T eine große Rolle, die oben genannten Signale von K als stimmigen Ausdruck des gegenwärtigen Zustands wahrzunehmen.

 

Im Aikido wird im besonderen die kinästhetische und die visuelle Aufmerksamkeit geschult, damit die Energie des Übungspartners aufgenommen und weitergeführt werden kann.

 

Im Therapiekontext ist der Fokus der Aufmerksamkeit im weiteren Verlauf auf die Kompetenzen und Ressourcen von K gerichtet, die letztendlich die Grundlage für ein Lösungserleben bieten.

 

Im Rahmen eines dynamisch fliessenden, gemeinsamen Prozesses geht es immer wieder um ein feinfühliges Wahrnehmen von veränderungsstimulierenden und kompetenzstabilisierenden Aspekten und um die Fähigkeit des Innehaltens, wenn Erkenntnisse gewonnen und eine Vertiefung des gewünschten Erlebens erreicht werden.

 

Es wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch viele Möglichkeiten der Lebensgestaltung
gelernt hat und ein großes Potential für Veränderung in sich trägt.

 

AIKIDO THERAPIE
  • Gemeinsame fließende, runde Bewegungen
  • Die Energie des Partners aufnehmen und in eine Kreisbahn lenken
  • Fließende, lebendige Kommunikation
  • Austausch von Ideen
  • Utilisation von verbalen und
    körpersprachlichen Signalen
  • Therapeutische Einladungen und Angebote zur Entwicklung von Lösungsszenarien
  • De – Strukturierung von einschränkenden
    Erlebnismustern und Neustrukturierung

B
E
Z
I
E
H
U
N
G
  • Wahrnehmung nach außen
  • Aufmerksamkeit mit allen Sinnen,
    vor allem visuell und kinästhetisch
  • Entspannte Offenheit
  • Kontakt halten
  • Wahrnehmung nach außen
  • Wachsamkeit mit allen Sinnen
    Pacing
  • Informationen sammeln

E
X
T
E
R
N
  • Standfestigkeit
  • Erdverbundenheit
  • Friedfertigkeit
  • Zentriertheit
    (In der eigenen Mitte ruhen)
  • Flexible Stabilität
  • Bewusstsein für die eigene Haltung
  • Selbstsicherheit
  • Eigen – Pacing
    (Guter Kontakt zu sich selbst)
  • Mit sich im Einklang sein
  • Offene Selbstwahrnehmung
  • Stabile Flexibilität
  • Verantwortung für die eigene Haltung
  • Klarheit

I
N
T
E
R
N

 

NEUROLINGUISTISCHES PROGRAMMIEREN

NEUROLINGUISTISCHES PROGRAMMIEREN
Über den (Un) Sinn einer Namensgebung

 

Als Neurolinguist beschäftige ich mich tagtäglich, in der Arbeit mit KlientInnen und AusbildungsteilnehmerInnen, mit der sprachlichen Codierung von Erfahrung.

 

Wir wissen, dass Erfahrung nicht eins zu eins in Sprache übersetzt werden kann.
Die Linguistik beschreibt 3 Kategorien, die modellhaft verdeutlichen, wie Erfahrungswerte gefiltert und „komprimiert“ in Form von Sprache formuliert werden:

 

  • bestimmte Aspekte werden weggelassen
  • andere werden verallgemeinert
  • Zusammenhänge und Verknüpfungen mit anderen Erfahrungen werden gebildet

 

Sprache ist aber nicht nur eine Ausdrucksform von Erfahrung, sie wirkt auch wiederum erfahrungsinduzierend.

 

In der therapeutischen Praxis ist dieses Phänomen sehr gut zu beobachten:
verallgemeinernde, meist in Ursache – Wirkungs – Zusammenhänge gekleidete Beschreibungen von Problemerleben, verstärken die „Problemtrance“.

 

Was drückt nun der Name NEUROLINGUISTISCHES PROGRAMMIEREN aus und wie wirkt er ?

 

PROGRAMMIEREN ist ein Verb und drückt somit eine Tätigkeit aus.
Zu jedem Vorgang des Programmierens gehört jemand, der programmiert, und etwas oder jemand, der oder die programmiert wird.

 

Diese Informationen nach dem WER und nach dem WEN oder WAS sind hier getilgt.

 

Richard Bandler, einer der Mitbegründer des NLP, hat einmal großen Wert darauf gelegt, sich selbst und die Absolventen seiner Ausbildungsgruppen als NEUROLINGUISTISCHE PROGRAMMIERER zu bezeichnen.
Die Frage nach dem WER wäre also somit geklärt, und die Frage nach dem WEN oder WAS ergäbe sich logischerweise aus dem Betätigungsfeld der NLPler: Kommunikationssituationen aller Art.
Folgerichtig wären es also die Gesprächspartner, KlientInnen usw., die programmiert werden.

 

Und genau an diesem Punkt ist die Angst vieler Menschen vor Manipulation begründet:
Das PROGRAMMIEREN im Titel lädt ja förmlich dazu ein, in Manipulationsassoziationen hinein zu gehen.

 

Wenn man sich Bandler´sche Manuale ansieht, z.B. das über Hypnose, könnte man fast glauben, das wäre auch genauso gewollt.
Geht es doch dort u.a. darum, möglichst trickreich „geniale“ Suggestionen beim Klienten zu platzieren.

In den letzten 21 Jahren, in denen ich als NLP – Lehrtrainer Ausbildungen anbiete,
haben Interessenten vielfach ihre Sorge, bezogen auf Manipulation, artikuliert, und zwar vor allem dergestalt, dass sie befürchteten, dass mit ihnen etwas gegen ihren Willen gemacht werden würde.

 

Die formulierten Befürchtungen in Bezug auf NLP erinnern mich an Befürchtungen, die in Bezug auf Hypnose geäußert werden.

 

Doch die Befürchtungen und Ängste sind lediglich eine Seite der Medaille.
Auf der anderen Seite weiß man, dass vermeintliche Manipulationswerkzeuge eine ungeheure Faszination auf Menschen ausüben können.

 

Wenn nun beide Seiten in einem Menschen vereint sind, und dieser Mensch sich mit diesen gegensätzlichen Anteilen in Therapie oder Beratung begibt, entsteht eine paradoxe Situation:

 

Einerseits wünscht der/die KlientIn, dass Veränderungs- oder Heilungsimpulse von aussen kommen, ohne dass er dafür Verantwortung zu tragen braucht, und andererseits fürchtet er/sie die Macht des/der TherapeutIn.

 

In dieser Situation hilft erstmal ein offenes transparentes Gespräch, bei dem Vereinbarungen über die Art der Zusammenarbeit im therapeutischen Kontext getroffen werden.

 

In der historischen Entwicklung der Hypnose hat es entsprechend den gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen unterschiedliche Ansätze gegeben.

 

Der Ansatz, den die meisten Laien (aber nicht nur die) heute noch mit Hypnose verbinden, ist bekannt als der autoritäre Ansatz. Er ist charakterisiert durch folgende Aspekte:

 

Das Unbewusste wird als eine Art „tabula rasa“ gesehen, in die Suggestionen eingepflanzt werden.

 

  • Der Hypnotiseur hat Macht über den/die KlientIn
  • Der Klient trägt keine Eigenverantwortung,
    sondern hat sie an den Experten (den/die TherapeutIn) abgegeben
  • Die Einzigartigkeit des/der KlientIn findet keine Berücksichtigung

 

Wie oben schon angedeutet, hat die Hypnose eine Entwicklung vollzogen, so dass man heute vom kooperativen Ansatz spricht.

 

Diese Kooperation im Kontakt zwischen KlientIn und TherapeutIn ist gekennzeichnet durch das Wissen um

 

  • die Einzigartigkeit und Eigenverantwortlichkeit des/der KlientIn
  • die Autonomie des Klienten- und des Therapeuten- Systems
  • die Wichtigkeit der Akzeptanz und Würdigung (auch Angleichung)
  • die Wichtigkeit von Flexibilität in der Beziehungsgestaltung
  • Utilisationsmöglichkeiten

 

Die Begründer des NLP waren allesamt Schüler von Milton Erickson, dem Begründer der modernen Hypnotherapie.

 

Schaut man sich den geistigen Nährboden und die davon abgeleiteten Grundannahmen des NLP an, so erkennt man nicht nur deutlich die erickson`sche Haltung, sondern auch die Ideen des sozialen Konstruktivismus:

 

  • Jeder Mensch ist einzigartig
  • Wirklichkeit ist nicht objektiv, sie entsteht im „Auge des Betrachters“
  • Jeder Mensch hat ein eigenes Modell von der Welt
  • Je nach dem, wie ein Mensch ein Ereignis bewertet, je nach der Art der Bedeutungsgebung, konstruiert er seine persönliche Realität
  • Menschen reagieren nicht auf Ereignisse an sich,
    sondern auf die eigenen inneren Interpretationen der Ereignisse

 

Diese Liste mit konstruktivistischem Gedankengut könnte weiter fortgesetzt werden.
Jedem NLPler sind diese Sätze bekannt.

 

Wenn man sie ernst nimmt, könnte man daraus ableiten, dass in Kommunikationssituationen unterschiedliche Welten miteinander in Kontakt kommen. Soll es in diesem Kontakt um Verstehen der subjektiven Realitätskonstruktionen des Gesprächspartners gehen
– und dies gilt insbesondere für den Beratungs- und Therapiekontext – müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

 

  • man braucht Interesse, und die Offenheit der Sinne, die andere Person in ihrer
    Individualität, mit ihren Werten, Überzeugungen und Kompetenzen kennen zu lernen
  • man braucht eine wertschätzende Grundhaltung, in der die subjektiven Landkarten
    des Anderen akzeptiert und gewürdigt werden
  • man braucht die Bereitschaft, sich auf eine Weltsicht einzulassen, die anders ist als die eigene, in der es andere Assoziationen gibt, und in der Assoziationen anders miteinander verknüpft sind als in der eigenen

 

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können entsprechend den Vereinbarungen und Verträgen, unterstützende Angebote für gewünschte Veränderungen gemacht werden.

 

In der erickson`schen Therapie gibt es einen zentralen Begriff: UTILISATION

 

Utilisation bezeichnet eine zieldienliche Nutzbarmachung von Aspekten aus dem Klientensystem.
Im NLP ist dieser Ansatz aufgegriffen worden in der Idee des Pacing/Leading.

 

Utilisation bezieht sich auf:

 

  • die Haltung des/der KlientIn (Körperhaltung, Gesten, kinästhetische Anker)
  • die Werte und Überzeugungen des/der KlientIn
  • Was er/sie mag und was nicht
  • Denk- und Fühlmuster
  • Strategische Aspekte (Mikro und Makro)
  • Die systemische Dynamik
    (wie ein/eine KlientIn eingebunden ist in systemische Zusammenhänge)
  • Ressourcen und Kompetenzen

 

Die von Ericksson dokumentierten Fälle sind verwurzelt in diesem Utilisationsansatz.
Was immer du an Informationen hast, erlaube es, dir sie zu nutzen …

 

Für Jeff Zeig ist dieser Ansatz

 

eine Philosophie der Effizienz.

Sie macht die Therapie experimentell und erfinderisch und ist die Grundlage für Lösungen.
Wir sagen den Menschen nicht, was sie denken, fühlen und tun sollen.

 

Im NLP gibt es reichhaltiges Repertoire von Utilisationsmethoden.

 

Nur – was hat das mit PROGRAMMIEREN zu tun ?

 

Meiner Meinung nach ist dieses PROGRAMMIEREN irreführend, weil es die Methodenfülle und die darin enthaltene Vielseitigkeit und Kreativität in den Dienst eines einseitigen Leading – Prozesses stellt. Die schöpferischen Möglichkeiten wirken dadurch ärmlich kanalisiert und gebremst.

 

In den letzten Jahren haben sich im Übrigen viele Kollegen mit der offiziellen Übersetzung dieses P schwer getan. Bei einigen wird es übersetzt als PROZESSARBEIT, in meinem Institut hat die Übersetzung PSYCHOLOGIE seit einigen Jahren Bestand.

 

Am einfachsten allerdings haben es diejenigen, die NLPt anbieten.
NEUROLINGUISTISCHE PSYCHOTHERAPIE ist glücklicherweise von diesem PROGRAMMIEREN befreit.

Selbsterfahrung/ Selbstentdeckung/ Selbsterweiterung

Aktuelle Angebote unter www.zu-sich-selbst-reisen.de

 

Selbsterfahrung allgemein

 

Selbsterfahrung bedeutet Selbstentdeckung und Selbsterweiterung.

 

Selbsterfahrung bietet Ihnen in einer geschützten, wertschätzenden, und zugleich kreativ experimentellen Atmosphäre effektive Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung, der Selbstreflektion und der Erkundung konstruktiver Lösungen.

 

Ein hilfreiches Medium für SE ist die Gruppe. Hier werden Aspekte der Innenwahrnehmung und der Außenwahrnehmung miteinander in Beziehung gesetzt und für den persönlichen Entwicklungsprozess nutzbar gemacht. Die Gruppe ist das soziale Übungsfeld.

 

Der in die Gruppenarbeit integrierte therapeutische Prozess orientiert sich an Ihren Bedürfnissen und an Ihrem Auftrag.

 

Das behutsame und im Einklang mit dem therapeutischen Auftrag stehende Erforschen der inneren Landkarten (persönliche Realitätskonstruktion) schafft Vertrauen in sich selbst und in andere, und ist die Basis für Veränderung.

 

Die Haltung des Therapeuten ist die eines neugierig Lernenden.

 

Lösungen sind keine von außen kommenden Ratschläge, sondern entstehen aus der eigenen Kompetenzentfaltung.

 

Selbsterfahrungs – Themen können sein:

  • Zugang zu inneren Stärken und Ressourcen
  • Strategieentwicklung zur Umsetzung eigener Kompetenz in gewünschtes Verhalten
  • Fragen der Partnerschafts- und Beziehungsgestaltung
    (Familie, Freunde, Kollegen, Vorgesetzte ..
  • Berufliche Entscheidungsprozesse
  • Neuorientierung
  • Realisierung eigener Bedürfnisse, Werte und Ziele
  • Fragen der Zugehörigkeit, Verbundenheit und Spiritualität
  • Verantwortung für wen und was ?
  • Selbstverständnis, Selbstwert, Selbstbewusstsein, Identität,
    Individualität, Rolle, Sinnhaftigkeit des Lebens …
  • Prägende Erfahrungen, Erinnerungen, die in der Gegenwart wirken
  • Umgang mit Moral und gesellschaftlichen Werten

 

Einzelarbeit ist jederzeit möglich

 

Termine auf Anfrage