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AIKIDO – Prinzip in der Psychotherapie

Das AIKIDO – Prinzip in der Psychotherapie

 

AIKIDO ist ein in Japan von MORIHEI UYESHIBA begründeter Weg der körperlichen und geistigen Schulung zur Selbsterweiterung des Menschen.
Morihei Uyeshiba (1883-1969) stammte aus einer angesehenen Samurai-Familie,
erlernte die verschiedenen klassischen Kampfkünste Japans und erforschte deren Grundprinzipien.
Dabei erkannte er, dass in allen Kampfsportarten eine künstliche Polarität zwischen Menschen erzeugt wird, die auf Gewalt und Gegengewalt beruht.
Diese Grundkonstellation, so Uyeshiba, fördert Aggression und führt zur Eskalation von Gewalt.
Aus dieser Erkenntnis heraus formte er ein neues System einer kodierten Körpersprache und Körperdynamik zur Entwicklung und Regeneration geistig – seelischer und körperlicher Kräfte.
Eine tief empfundene Harmonie mit der Natur und dem Kosmos und ein Respekt vor allem Lebendigen bilden die Basis des AIKIDO.
Entgegen der oben beschriebenen Haltung in den Kampfsportarten, durch Kampf und Gewalt einen Sieg zu erreichen, geht es im AIKIDO um das harmonische Vereinen gegensätzlicher Kräfte.

 

AIKIDO heißt übersetzt:

AI Harmonie, Einheit, Liebe
KI geistige Urkraft, kosmische Energie, Fluidum
DO Weg

 

Uyeshiba beschreibt die Bedeutung des AIKIDO mit folgenden Worten:

 

AIKI ist keine Technik, um den Feind zu bekämpfen oder zu besiegen;
es ist der Weg, die Welt zu versöhnen und aus den Menschen eine Familie zu machen.
Das Geheimnis des AIKIDO ist es, sich mit den Bewegungen des Universums in Einklang zu bringen
und mit ihm zu harmonisieren.

 

Um Kräfte zu vereinen, die aus unterschiedlichen Richtungen kommen, werden im AIKIDO kreis – und spiralförmige Bewegungen geübt.
Diese spielerisch wirkenden, geschmeidigen Bewegungsabläufe bewirken nicht nur eine Kräftigung des Körpers, sondern auch Bewusstheit und Klarheit im Verhalten.
Einfachheit, Natürlichkeit und Friedfertigkeit sind hierbei wesentliche Bestandteile.

 

Die nachfolgenden Ausführungen haben die Absicht, anhand von AIKIDO – Grundzügen,
wesentliche Aspekte der Beziehungsgestaltung zwischen TherapeutIn und KlientIn zu beschreiben.
(T steht für TherapeutIn, K steht für KlientIn)

 

Die Persönlichkeit von T 

 

Der Aikidoka agiert aus der Mitte heraus.
Die stabile Ausgangsposition ermöglicht ihm den effektiven Einsatz seiner Kräfte zur Lösung der mit dem Leben verbundenen Aufgaben.

 

Es ist eine Grundvoraussetzung für Menschen, die mit anderen Menschen therapeutisch arbeiten,
dass sie sich in einem permanenten Prozess der Selbsterfahrung und Selbstreflektion befinden.
Das ist keineswegs eine übliche Sichtweise. Vor einigen Jahren verkündete ein Psychologie – Professor mit Stolz, dass er vor 30 Jahren Selbsterfahrung gemacht und deshalb ein Hinterfragen seiner Person oder seines Tuns nicht nötig hat.

 

Der permanente Prozess der Selbsterfahrung bedeutet natürlich in erster Linie, mit sich selbst im Sinne einer körperlich-geistig-emotionalen Gesunderhaltung bzw. Gesundung in Übung zu bleiben.
Körperliche und geistig – emotionale Beweglichkeit bilden sozusagen den Nährboden, auf dem gesunde Beziehungen zu anderen Menschen und ein gesunder Kontakt zu sich selbst im Innern gedeihen können.
Wie soll ein T, die/der die Signale des eigenen Körpers ignoriert, die körpersprachlichen Botschaften von K wahrnehmen und sie als kodierte Aussage innerer Konstellationen verstehen ?
Wie soll ein T, die/der die eigenen Beziehungen (Ehe, Partnerschaft, Familie …) ungeklärt lässt,
einem K auf kongruente Weise Unterstützung geben, wenn es um Paar- und Familienthemen geht ?
Wie soll ein T, die/der mit sich selbst im Unreinen ist, einem K Hilfestellung geben bei der Lösung von Konflikten ?

 

Sich seiner selbst bewusst zu sein, eigene Fähigkeiten und Kompetenzen realistisch einzuschätzen, mit sich selbst liebevoll, wachsam und wertschätzend umzugehen, gut für sich selbst zu sorgen, eine wohltuende Haltung einzunehmen …
das sind wichtige Vorab – Bedingungen, um einen wertschätzenden Kontakt zu anderen Menschen,
innerhalb und ausserhalb von therapeutischen Settings, aufzubauen.

 

Beziehungsgestaltung 

 

Wer immer auf den Boden schaut, kann nicht die Sterne sehen

 

Die Annahme, dass es eine objektive Wirklichkeit gibt, hat sich in den letzten Jahrzehnten philosophisch und naturwissenschaftlich als nicht haltbar erwiesen.
Zahlreiche Untersuchungen, auch in der Hirnforschung, legen den Schluss nahe, dass wir es, wenn es um Wahrnehmung der Wirklichkeit geht, mit ganz persönlichen Konstruktionen von Realität zu tun haben.
In sozialen Kontexten ist es gerade die persönliche Bewertung und Bedeutungsgebung von
Ereignissen oder Erlebnissen, die eine subjektive Wirklichkeit schafft. (sozialer Konstruktivismus)

 

Schon bei Epiktet heißt es:

 

Erfahrung ist nicht das, was mit einem Menschen geschieht.
Sie ist das, was ein Mensch aus dem macht, was mit ihm geschieht,
und wie er das Geschehene bewertet.

 

Heinz von Förster, ehemals Professor für Informatik, Biophysik, Physiologie formuliert die Grundzüge des sozialen Konstruktivismus folgendermaßen:

 

Es ist doch ein unglaubliches Wunder, das hier stattfindet.
Wenn man nur für einen Moment sagt:
Das bist du, der diese Sicht der Welt produziert, das ist nicht draußen, das ist nicht irgendeine sogenannte objektive Wirklichkeit, auf die man sich beziehen kann.
Man kann nicht mehr andere verantwortlich machen für das, was man sieht, denn man ist ja selbst derjenige, der diese Sicht konstruiert.
Die Menschen erhalten ihre Verantwortung in größtmöglichem Maße wieder zurück, können sie nicht an irgendeine übergeordnete Instanz oder irgendwelche äußeren Umstände abschieben. Sie werden Beteiligte.

 

Paul Watzlawick, Professor für Psychiatrie und Lehrbeauftragter für Psychotherapie, formuliert folgendermaßen:

 

Wir leben in einer imaginären Wirklichkeit.

 

Ruth Cohn, die Begründerin der TZI (Themenzentrierte Interaktion), antwortet in einem Interview auf die Frage, was wohl die wichtigsten Erkenntnisse aus ihrer jahrzehntelangen therapeutischen Arbeit seien, mit den folgenden 3 Sätzen:

 

Alle Menschen sind gleich
Alle Menschen sind verschieden
Alle Menschen sind gleich und verschieden

 

Geht man davon aus, dass sich im therapeutischen Kontext Themen wiederholen, – einfach, weil es menschliche Themen sind -, so ist doch die Ausprägung der Themen eine ganz persönliche.

Individuelle biographische Komponenten mögen ihren Teil dazu beitragen, dass gegenwärtige Erfahrungen auf besondere (persönliche) Weise interpretiert werden.

Alfred Korzybski, ein Psychologe und „Neurolinguist“ hat zu Beginn des letzten Jahrhunderts die These aufgestellt, dass Menschen durch die Ansammlung von Erfahrungswerten (und der jeweiligen Bedeutungsgebung) „innere Landkarten“ anlegen, mit Hilfe derer sie in der äußeren Welt Orientierung finden.
Sein Satz Die Landkarte ist nicht das Gebiet unterscheidet die äußere Welt von dem, was Menschen innerlich daraus machen. Weiterhin formuliert er sinngemäß:
Menschen reagieren nicht unmittelbar auf die äußere Welt, sondern auf die inneren Landkarten.

 

Subjektive Wirklichkeiten – also das, was bei einem Menschen ganz persönlich wirkt -, beinhalten Aspekte der Wahrnehmung und Muster des Denkens, Fühlens und Verhaltens.
Wesentliche Aspekte der Beziehungsgestaltung im therapeutischen Kontext sind

 

  • die wertschätzende Aufmerksamkeit für K
  • Offenheit und Wachsamkeit für die persönlichen Realitätskonstruktionen

 

In vielen therapeutischen Verfahren gibt es rigide Vorgehensweisen, die auf eine ebenso rigide Kategorisierung von menschlichem Verhalten zurückgreifen.
Eine vermeintlich symptombezogene Sicht lässt die Individualität und die Persönlichkeit von K oftmals außer acht.

 

Eine Geschäftsfrau, deren Firma Konkurs anmelden musste, leidet unter der Situation.
Sie schildert ihrem Hausarzt die Lage und klagt über Schlafstörungen.
Der Hausarzt überweist sie an einen Psychoanalytiker. In der ersten Therapiestunde bekommt die Klientin einen Fragebogen, für dessen Beantwortung sie 40 min braucht. Die Frau soll in dem Bogen eintragen, wann sie zum ersten Mal ihre Regel hatte, wann sie zum ersten Mal einen Mann geküsst hat,
wann sie das erste Mal Geschlechts- verkehr hatte usw. Nach dieser ersten Sitzung, die damit endet, dass der Analytiker der Klientin beim Überfliegen der Antworten im Fragebogen sagt, dass man in der Therapie wohl weit in die Kindheit zurückgehen müsste, weiß er nichts über die Beweggründe der Frau, in Therapie zu kommen, nichts über deren Leiden, nichts über ihre Hoffnungen usw.

 

Solche standartisierten Verfahren gehen an den Bedürfnissen der Menschen vorbei und missachten die Persönlichkeit der Klienten.

 

In modernen „konstruktivistischen“ Therapieverfahren weiß man um die Wichtigkeit des grundlegenden Respekts und der Wertschätzung der Klienten in ihrer Individualität.
Man geht davon aus, dass ein „Pacing“, ein Angleichen an die subjektiven Realitätskonstruktionen der Klienten notwendig ist, um einen sinnvollen, gemeinsamen Prozess zu initiieren.
Und somit bin ich auch wieder beim Weg des Aiki angekommen.

 

Durch die Vereinigung von Kräften in einer fließenden Bewegung
entsteht ein harmonisches Miteinander.

 

Es ist wie ein gemeinsamer Tanz, der von T Wachsamkeit, Flexibilität und eine neugierige „Forscherhaltung“ verlangt, um die Botschaften und Impulse von K aufzunehmen und entsprechend dem therapeutischen Auftrag in eine gewünschte Richtung hin gemeinsam entwickeln zu können. Ein wohltuendes „Eigenpacing“, wie es im ersten Abschnitt beschrieben wurde, ist hier selbstverständlich vorausgesetzt.

 

Die Einstellung des Menschen offenbart sich in seiner Haltung

 

Vor einigen Jahrzehnten wurde von Milton Erickson der Begriff „Utilisation“ geprägt.
Damit ist gemeint: ein zieldienliches Nutzbarmachen von für den therapeutischen Prozess hilfreichen Aspekten aus dem subjektiven Modell der Welt des Klienten.

 

Jeff Zeig, der Vorsitzende der Milton Erickson Foundation, beschreibt das Prinzip der Utilisation als eine Philosophie der Effizienz. Jeff Zeig in einem seiner Seminare:

Utilisation

 

  • macht die Therapie experimentell, erfinderisch
  • erhält sie frisch
  • gibt Energie
  • ist die Grundlage für Lösungen
  • macht Spaß
  • hält T jung
  • führt zu Assoziationen

 

Utilisation bezieht sich auf die

 

  • verbalen Botschaften von K
    (Sinnespräferenzen in der Sprache, Schlüsselbegriffe, Überzeugungen,
    hypnotische Sprachmuster im Sinne von wirkungsvollen Selbstsuggestionen)
  • nonverbalen Botschaften von K
    (Bewegung, Körperhaltung, Gestik, Mimik usw., im Sinne von ideomotorischen Signalen,
    die als spezifische Codierung von innerem Erleben fungieren)
  • gegenwärtigen Denk- und Fühlmuster
  • Stärken, Erfolgserlebnisse, Sternstunden
  • Fähigkeiten, Qualitäten und Werte
  • Selbstbilder
  • Erfahrungen von Gemeinschaft und Zugehörigkeit
  • systemische Dynamik, in der K erlebt und agiert.

 

K wird im therapeutischen Prozess dort respektvoll abgeholt, wo er/sie sich gerade befindet.
Dabei spielt die Wachsamkeit von T eine große Rolle, die oben genannten Signale von K als stimmigen Ausdruck des gegenwärtigen Zustands wahrzunehmen.

 

Im Aikido wird im besonderen die kinästhetische und die visuelle Aufmerksamkeit geschult, damit die Energie des Übungspartners aufgenommen und weitergeführt werden kann.

 

Im Therapiekontext ist der Fokus der Aufmerksamkeit im weiteren Verlauf auf die Kompetenzen und Ressourcen von K gerichtet, die letztendlich die Grundlage für ein Lösungserleben bieten.

 

Im Rahmen eines dynamisch fliessenden, gemeinsamen Prozesses geht es immer wieder um ein feinfühliges Wahrnehmen von veränderungsstimulierenden und kompetenzstabilisierenden Aspekten und um die Fähigkeit des Innehaltens, wenn Erkenntnisse gewonnen und eine Vertiefung des gewünschten Erlebens erreicht werden.

 

Es wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch viele Möglichkeiten der Lebensgestaltung
gelernt hat und ein großes Potential für Veränderung in sich trägt.

 

AIKIDO THERAPIE
  • Gemeinsame fließende, runde Bewegungen
  • Die Energie des Partners aufnehmen und in eine Kreisbahn lenken
  • Fließende, lebendige Kommunikation
  • Austausch von Ideen
  • Utilisation von verbalen und
    körpersprachlichen Signalen
  • Therapeutische Einladungen und Angebote zur Entwicklung von Lösungsszenarien
  • De – Strukturierung von einschränkenden
    Erlebnismustern und Neustrukturierung

B
E
Z
I
E
H
U
N
G
  • Wahrnehmung nach außen
  • Aufmerksamkeit mit allen Sinnen,
    vor allem visuell und kinästhetisch
  • Entspannte Offenheit
  • Kontakt halten
  • Wahrnehmung nach außen
  • Wachsamkeit mit allen Sinnen
    Pacing
  • Informationen sammeln

E
X
T
E
R
N
  • Standfestigkeit
  • Erdverbundenheit
  • Friedfertigkeit
  • Zentriertheit
    (In der eigenen Mitte ruhen)
  • Flexible Stabilität
  • Bewusstsein für die eigene Haltung
  • Selbstsicherheit
  • Eigen – Pacing
    (Guter Kontakt zu sich selbst)
  • Mit sich im Einklang sein
  • Offene Selbstwahrnehmung
  • Stabile Flexibilität
  • Verantwortung für die eigene Haltung
  • Klarheit

I
N
T
E
R
N

 

Jenseits der Individualität

Jenseits der Individualität

 

Seit vielen Jahren führe ich ein Tagebuch, notiere wichtige Ereignisse, schreibe auf, was mich beschäftigt, denke Gedanken über den Tellerrand des Alltäglichen hinaus weiter, erkunde die emotionalen Auswirkungen des einen oder des anderen Gedankenganges …

Seit Jahren übe ich mich in der Praxis der Meditation, beobachte die Impulse meines Körpers und meiner Seele. Hin und wieder kommentiere ich, setze Bausteine gedanklich zusammen, stelle Fragen in mich hinein. Natalie Knapp hat diese Haltung wunderbar beschrieben, indem sie formulierte, dass es um die Fähigkeit geht, sich in den Bereich des aufmerksamen Nichtverstehens hinein zu entspannen.

Seit Jahren (mit all dem Selbsterfahrungs- und Therapie- Hintergrund) gehe ich aufmerksam und wachsam mit den eigenen Themen um und arbeite an mir.

 

Und doch … erlebe ich einen Mangel, den ich lange nicht fassen konnte.

 

Als junger Mensch hatte ich oft das Gefühl, dass ich nicht in diese Gesellschaft passe.

Ich fühlte mich wie ein Fremder im eigenen Land.

Tief in meiner Seele war ich ein Indianer, der (auf nicht nachvollziehbare Weise in die Fremde katapultiert) sich nach seiner Heimat sehnt, seinen angestammten Platz in seinem Stamm und seinem Dorf auf schmerzhafte Weise vermisst. Ich sehnte mich nach einem selbstverständlichen Zuhause, nach einem Angekommensein in einer Umgebung und bei Menschen, denen ich mich zugehörig fühle.

 

Dann kamen die Familienjahre: ich war Vater und Ehemann. Die Familie wurde meine Heimat.

Jetzt ist auch diese Phase vorbei: die Kinder sind längst erwachsen und führen ihr eigenes Leben; die Ehe bot kein stabiles Fundament, auf der man hätte Zukunft bauen können.

 

Jetzt bin ich also wieder an dem Punkt:

Ich fühle diese tiefe Sehnsucht nach einem ZUHAUSE, das mehr ist, als eine Adresse, bei der ich gemeldet bin, bei der ich meine Arbeit und meine Selbsthygiene verrichte.

Ich sehne mich nach Verbundenheit, nach Solidarität, nach synergetischem Austausch, nach einem öffentlichen Raum des miteinander Denkens, Fühlens und Handelns. Es fühlt sich so an, als hätte ich all das schon einmal gehabt und als wäre es verloren gegangen.

Wenn ich mit Freunden zusammen bin und wir eine spannende und bereichernde Zeit miteinander verbringen, spüre ich, dass das ein guter Anfang ist.

Aber dann geht jeder wieder in sein privates Umfeld zurück und der kreative Fluss ist unterbrochen.

 

Seit 25 Jahren arbeite ich mit Einzelpersonen und Paaren im psychotherapeutischen und supervisorischen Kontext. Die Arbeit ist nach wie vor spannend und bereichernd.

Menschen darin zu unterstützen, sich ihren persönlichen Themen zu stellen, Selbstakzeptanz und Selbstwert zu stärken, sich von den moralischen Postulaten einer restriktiven Erziehung zu befreien … all das ist lohnenswert, sinnvoll und wichtig.

Und doch hat diese Begleitung bei der Gestaltung persönlicher Entwicklungsprozesse immer mal wieder einen faden Geschmack: geht es doch letztendlich um Selbstoptimierung, um ein Mehr an Erfolg, um die Manifestierung eines persönlichen Glücks im Sinne einer Anhäufung von emotionalem Kapital im privaten Raum.

Mit dieser privaten Glückssuche wird eine Einsamkeit kompensiert, die ihre Ursache in einer sozialen und globalen Entfremdung hat.

Die Erde ist ein lebendiger Organismus und wir sind alle Teil davon, ohne uns bewusst zu sein, dass wir mit unserem Denken, Fühlen und Handeln auch eine Verantwortung für das Ganze tragen.

 

Wir schaffen derzeit, ganz im Konsens mit dem alles beherrschenden Konsumdenken und  analog zum geforderten permanenten Wirtschaftswachstum, eine Kultur der Selbstverherrlichung. Wir sollen wachsen und wachsen und wachsen, um immer besser und effektiver zu werden.

 

Ein wirtschaftlich gewünschter Effekt dieser privaten Glückssuche ist es, dass Gefühle jeglicher Couleur auf den Altären der medialen Vermarktung zelebriert und geopfert werden.

Gefühle sind zur Ware verkommen. Sie werden von den Werbestrategen der Industrie geschickt verkoppelt mit dem Erwerb von Produkten. Sind Gefühle auf diese Weise durch den Kauf von Produkten angeeignet worden, werden sie auf dem Marktplatz der Eitelkeiten zur Schau gestellt. Der Wert des Selbst steigt in dem Maße, wie die Identifikation mit dem Konsumverhalten wächst und er sinkt augenfällig, wenn die Produkte, deren Besitz Glück, Zufriedenheit, Freiheit usw. verheißen, für den sehnsüchtigen Konsumenten unerreichbar sind.

Die öffentliche Selbstdarstellung ist Teil des medialen Alltags geworden. Das „Performen“ und Posieren, das den Anschein von Stärke, Kompetenz und Durchsetzungskraft vermitteln soll, ist lediglich eine Marketing- Strategie. Was in der Welt der Waren zählt, ist eine den gesellschaftlichen Schablonen entsprechende attraktive Fassade. Und Fassade ist machbar, wenn wir uns nur genügend anstrengen und mehr Leistung zeigen als unsere Mitbewerber.

Ein amerikanischer Kollege hat einmal formuliert, dass wir immer mehr zu „Human Doings“ mutieren und vom „Human Being“ entfernen.

 

Und während die Wirtschaft wächst, und mit ihr der Anspruch, immer schöner, besser und erfolgreicher zu sein, zeigt sich mit einem Blick hinter die Fassade das wahre Ausmaß des Elends: die persönlichen emotionalen Abgründe aufgrund der konsequent betriebenen Entfremdung vom eigenen Selbst. Infolgedessen setzt sich die innere Realität – hinter der Fassade des wohlmeinenden Funktionierens – meist aus folgenden Aspekten zusammen:

 

  • Gefühle von Einsamkeit und Verlassen sein
  • Ein Erleben des Mangels an Zuwendung, Anerkennung und Liebe
  • Der Druck, die Erwartungen der Anderen und die Perfektheitsansprüche an sich selbst erfüllen zu müssen
  • Und über allem die Gefahr des Versagens und der daraus resultierenden Angst.

 

Immer mehr Menschen in den Industrieländern gelten als psychisch krank. Schätzungen gehen davon aus, dass mittlerweile jeder 3. erwachsene Bundesbürger irgendwelche chemischen Substanzen in Form von Pillen zu sich nimmt, um die inneren Qualen nicht mehr ertragen zu müssen. Die Devise lautet: bloß weg von diesem inneren Elend und hin zu den Fleischtöpfen der Hochglanzkultur. Die Industrie profitiert von dieser Haltung; mit dem Verkauf von Psychopharmaka werden Milliarden umgesetzt. Und die Ärzte und Psychiater zeigen einmal mehr, wie sehr sie im Dienste dieser Industrie stehen.

Obwohl ich seit 25 Jahren psychotherapeutisch arbeite, haut es mich immer wieder aus den Socken, wenn ich von Klienten höre, wie schnell und eilfertig Ärzte Antidepressiva verschreiben, ohne darüber zu informieren, wie sehr diese Mittel die Selbstregulierung des Organismus beeinflussen oder außer Kraft setzen und wie groß die Gefahr der Abhängigkeit ist.

Diese gängige Praxis hat zur Folge, dass jeder in seinem stillen Kämmerlein zu Hause oder in einer der zahlreichen Kliniken für „psychisch Kranke“ ganz individuell leiden kann.

Das Elend wird aus der Öffentlichkeit verbannt (es existiert dort lediglich noch in Form von Zahlen und Statistiken) und auf geschickte Weise individualisiert.

 

Dem Einzelnen, der vor sich hin leidet, und dadurch sowohl vom eigenen Selbst als auch von der Öffentlichkeit getrennt ist, wird der Status des „Index- Patienten“ abgesprochen.

Als solcher würde er nämlich sehr deutlich anzeigen, dass in dieser Gesellschaft und in dieser Welt vieles nicht in Ordnung ist.

 

Und genau das ist doch dringend notwendig:

dass das isolierte Leid als Symptom einer kranken Gesellschaft gesehen wird.

Würde man diese Erkenntnis zu Grunde legen, könnte man mit vereinten Kräften daran arbeiten, wie eine Gesellschaft jenseits von Umweltzerstörung, Konsumzwang und Statusgier beschaffen sein müsste, damit die Menschen sich als aktiven Teil wahrnehmen und sich in ihr wohl fühlen könnten.

Vieles wäre gewonnen, wenn das persönliche Leid in einen öffentlichen Raum gestellt werden würde, in dem man sich gegenseitig respektvoll zuhört und wohlwollend, unterstützend und solidarisch gewünschte Veränderungen erarbeiten kann. Voraussetzung für Veränderung ist die Akzeptanz dessen, was ist.

 

Ein Gesundungsprozess auf seelischer Ebene kann sich dann entwickeln, wenn das Getrenntsein vom eigenen Selbst und das Getrenntsein von der Welt als zusammenhängende Symptomatik erkannt wird. Aus dieser Erkenntnis entsteht dann womöglich der Wunsch, sich verbunden und zugehörig zu fühlen.

 

Psychotherapie kann einen sinnvollen Beitrag zu dieser Entwicklung leisten, indem sie darin unterstützt, alte Denk- und Fühl- Muster, emotionale Abgründe, destruktive Zuschreibungen und Überzeugungen aufzuspüren, die Selbstregulierung in Bezug auf die Wahrnehmung und Realisierung eigener Bedürfnisse zu stärken und eine innere Stärke kennenzulernen, die aus einem liebevollen Kontakt zu sich selbst erwächst.

 

Darüber hinaus braucht die Seele auch Begegnung, damit sie heilen kann. Diese Begegnung muss nach Martin Buber eine „Ich-Du-Beziehung“ sein, die wertschätzenden und respektvollen Kontakt ermöglicht.

 

Ich plädiere hier für die Einrichtung von offenen, öffentlichen Räumen, in denen man gemeinsam und solidarisch die innerpsychischen, die gesellschaftlichen und die weltpolitischen Themen zusammenhängend im Lichte der Erkenntnis anschauen und bearbeiten kann.

Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist ein freier Geist, der sich von den einengenden Schablonen der Gesellschaft befreit hat und der die Dinge unvoreingenommen analytisch betrachten, durchdenken und sinnvolle Schlüsse ziehen kann.

 

In der indischen Philosophie werden 3 Stufen des Denkens beschrieben:

Die unterste Stufe, das Tama- Denken beinhaltet die Gedanken, die sich um die Erfüllung von Alltagsbedürfnissen drehen. Die 2. Stufe des Raja beschreibt ein Denken, das durch rastlose Suche, Unruhe und Getriebensein charakterisiert ist. Auf der 3. Stufe (Satva- Denken) geht es um ein tiefes Verständnis der Dinge aus einer Haltung der Klarheit und Ruhe heraus.

Die Grundlage für dieses Denken ist die Vernunft, die wahrnehmen und erkennen kann, die Fähigkeiten zu einer differenzierten Betrachtung und zur klaren Entscheidung hat und mit einem starken Willen gestalten kann.

Um diese 3. Stufe des Denkens geht es, wenn hier von einem freien Geist die Rede ist, der das innere und äußere Geschehen in einen sinnvollen Zusammenhang setzen, analysieren und auswerten kann. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollten dann ein klarer Gestaltungswille, eine Solidarisierung mit anderen Frei- Denkern und gemeinsam durchdachte Handlungsschritte erwachsen.

Um den Geist zu befähigen, ein FREIER GEIST zu werden, gibt es sicher viele Wege. Eines haben sie wahrscheinlich gemeinsam: es geht um eine innere friedliche Revolution … ein sich befreiender Geist, der sich erlaubt, über die Grenzen moralischer Vorgaben und stereotyper Denkmuster hinweg zu denken, so dass die nachweislich schädlichen Prägungen durch die Gesellschaft entlarvt, überarbeitet, verändert oder losgelassen werden können.

In der alternativen Szene gibt es 2 sich unterscheidende Haltungen: die Einen sind politisch aktiv, arbeiten engagiert für Menschen- und Tier- Rechte, ziehen in ihrem eigenen Verhalten Konsequenzen aus ihren Erkenntnissen und gehen nach draußen, um Missstände offen zu legen. Die Anderen haben sich der Befreiung der Gefühle gewidmet und sich in Schönfühl- Nischen eingerichtet, leben „gesund“ und mit sich im Einklang.

Beide Bestrebungen enthalten wichtige Aspekte von Autonomie und Gestaltung von Freiräumen.

Wenn diese beiden Seiten koordiniert werden durch eine innere Instanz, die reflektiv sowohl die inneren als auch die äußeren Prozesse durchdringt, Zusammenhänge herstellt und verbindet, kann daraus eine Kraft entstehen, die eine nicht zu übersehende Wirkung in der Welt haben wird.

 

Auf diese Weise kann die Welt zu einer besseren gemacht werden. Und gleichzeitig werden 2 elementare menschliche Grundbedürfnisse erfüllt:

das Bedürfnis nach persönlicher Reifung und Ich- Werdung und das Bedürfnis nach Verbundenheit und Zugehörigkeit.

Beide Elemente verharren in der derzeitigen gesellschaftlichen Situation in einem Zustand der Unerfülltheit oder befinden sich in einem Spannungsfeld, in dem sie sich nahezu gegenseitig ausschließen. Oft habe ich von Klienten gehört:

 

  • ich darf nicht so sein, wie ich bin
  • Wenn ich mich so zeige, wie ich bin, werde ich nicht geliebt
  • Um Zuwendung, Anerkennung und Liebe zu bekommen, muss ich so sein, wie die Anderen mich haben wollen
  • Ich muss die Erwartungen der Anderen erfüllen
  • Ich muss eine Rolle spielen, damit ich mich zugehörig fühlen kann

 

Das entspricht dem Bild eines brav konsumierenden, genormten, ängstlichen und sich ständig kontrollierenden Bürgers, der seine angepasste Fassade pflegt, sein wahres Selbst aber entweder gar nicht kennt oder glaubt, es versteckt halten zu müssen.

 

Der von sich selbst entfremdete Mensch ist das ideale Zielobjekt für die Aufrechterhaltung der Wachstumsideologie und für die Gier der Profitmaximierer.

Die Selbstdarstellungs- und Fassaden- Kultur fängt die Menschen mit einem Überangebot an Ersatzbefriedigungen und Wellness- Versprechen.

Allerdings hat die Selbstverleugnung bzw. die Flucht in die Erwartungen der Anderen ihren Preis: der Körper rebelliert und die Seele rebelliert.

Aber das System ist pfiffig: denn schon warten die Angebote der Medizin und Pharmaindustrie auf ihren Einsatz.

Nur ein geringer Teil der Menschen, die sich für einen therapeutischen Prozess entscheiden, nähern sich schrittweise der Erkenntnis an, wie groß das Ausmaß der Selbstverleugnung ist. Denn auch die gängigen Therapieangebote sind Teil des Systems …

Wer sich einlässt, steht dann meist vor schmerzhaften Erfahrungen und Ängsten. Da ist die Verführung wieder sehr groß, doch lieber eine Glückspille einzuwerfen, anstatt sich dem Schmerz zu stellen.

Und wer sich ohne Pille einlässt, wird merken, dass substanzielle Bedürfnisse lange nicht mehr wahrgenommen wurden. Danach kann die Arbeit und die kritische Auseinandersetzung mit den einschränkenden Prägungen aus Familie und Gesellschaft erfolgen.

 

Für eine fundamentale Neuorientierung sind 2 Aspekte wichtig …, dass persönliche Reifung und Gefühle tiefer Verbundenheit Hand in Hand gehen und sich in einer Atmosphäre von Vertrauen, Transparenz und Offenheit gegenseitig befruchten.

 

Ein weiterführender Schritt wäre die Einrichtung von Gemeinschaften des Zusammenlebens, die eine gewisse psychische und soziale Autarkie entwickeln.

Solche Gemeinschaften könnten dem Einzelnen vielseitige Möglichkeiten zu Kontakt, Austausch  und schöpferischer Verwirklichung bieten, reale Heilungsmöglichkeiten für die innere Ökologie der menschlichen Beziehungen schaffen und solidarisches Handeln nach außen zeigen.

Vertrauensverhältnis

Vertrauensverhältnis

 

Um zu einer Atmosphäre des Vertrauens beizutragen, braucht der Therapeut eine offene und ehrliche Haltung, die auch den Klienten dazu einlädt, seine Themen auf transparente Weise zu erforschen und zu bearbeiten.

 

Jeder Mensch hat ein eigenes Modell der Welt, seine eigenen inneren Landkarten, mit Hilfe derer er den Ereignissen Bedeutung gibt.

So lautet eine der zentralen Grundannahmen der NLPt.
Zum Wahrnehmen der subjektiven Landkarten des Klienten braucht der Therapeut offene Sinneskanäle und ein hohes Maß an wertschätzender Aufmerksamkeit und Wachsamkeit.

 

Der Therapeut trägt die Verantwortung für seine Person und für sein Befinden.
Eine wache und einfühlsame Haltung gegenüber anderen Menschen setzt voraus, dass man mit sich selbst in gutem Kontakt ist. (Eigenpacing)
Um dies zu gewährleisten, ist es seine ethische Pflicht, Methoden der Persönlichkeitsentwicklung auch auf seine eigene Person anzuwenden, Reflexion und Supervision seiner therapeutischen Arbeit für sich in Anspruch zu nehmen.

Eigene Selbsterfahrung und – erforschung ist hier keineswegs zu verstehen als eine Sache, die man irgendwann einmal im Rahmen einer Selbsterfahrungsgruppe absolviert hat, sondern ein lebenslanger lebendiger Entwicklungsprozess.

Selbstverständnis im Umgang mit NLP

Selbstverständnis im Umgang mit NLP

 

Ein wichtiger Grund für den Erfolg des NLP in den letzten beiden Jahrzehnten ist sein integrativer Ursprung: Die Essenz aus unterschiedlichen Bereichen und Richtungen ist im NLP strukturiert und sinnlich erlebbar gemacht worden.

Für die angebotenen Seminare und Ausbildungen ist das integrative, ganzheitliche Denken Basis und Orientierung. Neuentwicklungen fließen ebenso in die Seminararbeit ein wie erprobte Verbindungen zu anderen therapeutischen, supervisorischen und kommunikativen Konzepten.

Ich bin davon überzeugt, daß die Zeit reif ist, die Grenzen des „für sich haben wollens“ durchlässiger zu machen, um voneinander lernen zu können.

Wir sind keine Vertreter des „Hau-Ruck-NLP“. Was wir wollen, ist eine ökologisch vertretbare und behutsame Begleitung Ihrer persönlichen Entwicklung mit dem Ziel, dass sie als NLP – Anwender authentisch und verantwortungsbewußt mit sich und anderen und den erlernten Methoden umgehen können. Selbsterfahrung und praxis- und erfahrungsbezogene Supervision sind wichtige Elemente, um einen sinnvollen Transfer in Ihren persönlichen und beruflichen Kontext zu gewährleisten.

 

„Wenn eine Stubenfliege die Flügel schlägt, geht eine Brise um die Welt.
Wenn ein Staubkorn zu Boden fällt, wiegt der gesamte Planet ein wenig mehr.
Und wenn du mit dem Fuß auf den Boden stampfst, verändert die Erde ein wenig ihre Bahn.
Und wenn du lachst, breitet sich Freude aus, wie Wellen in einem Teich.“

aus: „The Phantom Tollbooth“ von Norton Juster

 

Mehr denn je geht es heute darum, daß wir lernen, Verantwortung zu tragen,

  • für die Bilder, Gedanken, Gefühle, die wir im Innern entwickeln, und
  • für all das, was wir im Äußeren in Bewegung setzen.

 

Und Verantwortung tragen ist keinesfalls eine nüchterne Verpflichtung, sondern ein sinnlicher Prozeß, der uns teilhaben läßt an allem Lebendigen. Freiheit, Selbstachtung und respektvoller Austausch mit anderen, Kreativität und Lust sind Merkmale des menschlichen Daseins.

 

Wir sind heute in der Lage – auch mit Hilfe des NLP als einem brillanten Werkzeug für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung – menschliche Potentiale zu entfalten, um eine Welt mitzugestalten, zu der sich alle Menschen gerne zugehörig fühlen.

Persönliches

Persönliches

 

Als ich vor mehr als 3 Jahrzehnten meine eigene Selbsterfahrungsreise begann, war ich erstaunt und fasziniert von der Vielseitigkeit menschlicher Erlebnismöglichkeiten.
Mich selbst in unterschiedlichen Kontexten und Rollen als jemand zu erleben, der das, was internal und zwischenmenschlich geschieht, in voller emotionaler und geistiger Präsenz auszudrücken und darzustellen sucht, war eine enorme Bereicherung.

 

Doch schon bald merkte ich, dass mir im Rahmen der damals üblichen Gestalt-, Bioenergetik- und Encounter – Gruppen etwas fehlte.
Ich fing an, mir Fragen zu stellen über Sinn und Funktion von therapeutischen Vorgehensweisen und dem, was dabei heraus kam.

 

Mehr und mehr wurde mir deutlich, dass es sehr wenig Transparenz gab, dass die Therapeuten zwar kluge Menschen waren, die ihr bestes gaben, aber keine Bereitschaft hatten, über die Sinnhaftigkeit ihrer Interventionen zu sprechen.
Mein Bedürfnis war ein ganz einfaches: ich wollte verstehen, auf welche Weise Prozesse (internal und external) ablaufen und auf welche Weise Menschen ihr Denken und Fühlen gestalten.

 

Ich hatte oft das Gefühl, ich müsste meinen Kopf an der Garderobe abgeben, und nur noch bauchgesteuert durch das weite Land der Erfahrungen reisen.

 

Ein weiterer Faktor meines Unbehagens war das Erleben, dass individuelle Verhaltensweisen in der Gruppe von außen (vor allem von den Therapeuten) auf eine sehr stark wertende Weise interpretiert wurden, was oftmals in eklatantem Widerspruch stand zu der Wahrnehmung desjenigen, um den es ging.
Ich hatte vielfach das Gefühl fehlender Wertschätzung.

 

Es gab Gruppen, in denen wenig Zeit genommen wurde, einzelne Teilnehmer zu verstehen. Schon wenige Hinweise von seiten des Klienten reichten dem Therapeuten aus, eine umfangreiche, manchmal weltumfassende Analyse und Bewertung des Themas abzuliefern.

 

In dieser Phase meiner Entwicklung (Mitte der 80er Jahre) hörte ich in einem Vortrag von NLP.
Ein Körpertherapeut berichtete darüber, wie NLP ihm Strukturen lieferte, um therapeutisches Vorgehen zu verstehen.
Damit war mein Interesse geweckt.

 

Ich begann, mich mit NLP zu beschäftigen; zuerst theoretisch, doch sehr schnell auch in Form von Ausbildung. Was mich eine Zeitlang davon abhielt, eine Ausbildung zu beginnen, war das „P“ im Namen der Methode.

 

Programmieren im Sinne einer direktiv manipulativen Einflussnahme von aussen, war nun überhaupt nicht das, was ich suchte.
Ich musste jedoch sehr schnell feststellen, dass die Übersetzung „Neurolinguistisches Programmieren“ auf einige Anbieter im wörtlichen Sinne zutraf.
Diese zeichneten sich durch besonders trickreich – manipulative Haltung aus.
Ohne den Klienten zu fragen, wurde da kinästhetisch geankert, wurden „Trancen“ eingeleitet, oder Verhaltensvorschriften gemacht.

 

Davon habe ich mich aufgrund meiner Vorerfahrungen schnell distanziert.
Ich war auch von Anfang an davon überzeugt, dass diese direktiven Haltungen mit den Grundannahmen der Methode nicht vereinbar waren.

 

Was ich inhaltlich lernte, was NLP an kreativer Vielseitigkeit bot, gefiel mir, sowohl auf der Ebene von Selbsterfahrung, als auch in Hinblick auf die Strukturierungsmöglichkeiten von Erfahrungswerten.

 

Und es ging ja auch um eine grundlegende Wertschätzung der Einzigartigkeit eines Menschen und seiner individuellen Landkarten.
Um sich dem Wahrnehmungsmodell eines anderen Menschen annähern zu können, – und das waren für mich spannende Lernprozesse – braucht es Offenheit (und offene Sinneskanäle), Flexibilität und die neugierige Haltung eines Forschers, der gerade dabei ist, seinen Fuß auf ein unbekanntes Terrain zu setzen.

 

Ich lernte NLP als ein integratives Verfahren kennen, das aus dem reichhaltigen Repertoire unterschiedlicher therapeutischer Ansätze schöpft.

 

Um mich fachlich und methodisch breiter aufzustellen, lernte ich nach Abschluss meines Studiums der Sozialarbeit in 1985 und einigen Semestern in Pädagogik (RWTH Aachen) und Psychologie (Uni Köln) neben NLP systemische Therapie und Supervision, klinische Hypnose, lösungsorientierte Therapie und pädagogische Psychotherapie.

 

Seit 1994 biete ich als NLP – Lehrtrainer DVNLP Ausbildungen auf allen Stufen an.

 

Seit 1995 habe ich die amtliche Erlaubnis als Heilpraktiker für Psychotherapie und seit 2001 bin ich Inhaber des europäischen Zertifikates für Psychotherapie.

 

Als SYSTEMISCHER SUPERVISOR bin ich seit 1996 in allen Praxisfeldern der Sozialarbeit und in verschiedenen Beratungs- und Therapiekontexten unterwegs.

Fall-, Team- und Einzel- Supervision (mit Mitarbeitern und Leitern sozialer Einrichtungen und selbständigen Sozialarbeitern, Pädagogen, Psychologen, Therapeuten) gehören zu meinem Repertoire.

 

Als LEHRTHERAPEUT und LEHRCOACH biete ich seit vielen Jahren Weiterbildungen für Menschen aus dem psychosozialen Bereich an. Hier liegt der Schwerpunkt in der Vermittlung von “professionellen Beratungskompetenzen”.
Konkrete Informationen zu den Aus- und Weiterbildungs- Angeboten finden Sie unter Seminare.

 

Als THERAPEUT, BERATER, COACH und SUPERVISOR arbeite ich seit 1996 in eigener Praxis.

Im therapeutischen wie im beraterisch- supervisorischen Setting hat die Wertschätzung des Klienten oberste Priorität.

 

Weitere Infos finden Sie auf den Seiten

 

www.RalfSavelsberg.de

www.zu-sich-selbst-reisen.de